Prantls Blick:Sternstunden des Pazifismus

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"Zum ewigen Frieden", so überschrieb Kant sein utopisches Werk. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete vergangene Woche die Ausstellung eines handschriftlichen Auszugs daraus. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Der 300. Geburtstag des Friedensphilosophen Immanuel Kant wird groß gefeiert. Aber Rufe nach Abrüstung gelten heute als weltfremd und Pazifisten als Narren der Nationen. Wo sind die Mutigen, die Frieden stiften?

Von Heribert Prantl

Kant hat das Wort Pazifismus nicht erfunden. Und die Idee, die dieses Wort verkörpert, ist viel älter als der Philosoph, dessen dreihundertster Geburtstag am Montag gefeiert wird. Aber Kant hat 1795, an der Schwelle zum 19. Jahrhundert, die Idee des ewigen Friedens aus der biblisch religiösen Sprache und Tradition in die Moralphilosophie und das Recht überführt. Er legte einen philosophischen Vertragsentwurf vor, betitelt: Zum ewigen Frieden. In diesem Werk heißt es: Friedensschlüsse dürfen nicht den Grund zum nächsten Krieg liefern; es dürfen keine Kredite aufgenommen werden, um Kriege zu führen; kein Staat soll sich gewalttätig in Verfassung oder Regierung eines anderen einmischen; stehende Heere soll es nicht mehr geben; im Krieg soll sich kein Staat zu Massakern hinreißen lassen, die das Vertrauen zerstören, das für einen künftigen Frieden nötig ist; die Verfassung soll republikanisch sein.

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