Prantls Blick:Wer als Erster schießt, der stirbt als Zweiter

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Er verhinderte den Tod von Millionen Menschen: Stanislaw Petrow (1939-2017) im Jahr 2015 in seinem Haus bei Moskau. (Foto: Pavel Golovkin/AP)

Die apokalyptischen Reiter sind heute atomar bewaffnet. Eine Pfingstgeschichte und ein Pfingstbild als Augenöffner im Krisenjahr 2024.

Von Heribert Prantl

Meine Lieblingsgeschichte in der Pfingstzeit handelt von Stanislaw Petrow. Sie spielt in der Nacht des 26. September 1983; es war in der hohen Zeit des Kalten Krieges. Die Atomraketen der zwei Supermächte, der USA und der Sowjetunion, waren aufeinander gerichtet. Und man wusste: Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter. Die Sowjets hatten seit Mitte der Siebzigerjahre mehr als 400 Raketen des Typs SS-20 aufgestellt, die meisten davon waren auf Ziele in Westeuropa programmiert. Der Westen hatte seinerseits mit massiver Aufrüstung reagiert, die USA stellten in Westeuropa die Pershing-II-Raketen auf. US-Präsident Ronald Reagan wollte die Sowjetunion, das "Reich des Bösen", mit einem Wettrüsten in die Knie zwingen. Moskau rechnete mit einem Überraschungsangriff der USA, Sowjetführer Juri Andropow war überzeugt, Amerika plane den atomaren Erstschlag.

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