Präsidentschaftswahlkampf 2016:Biden, Warner, Cuomo: Sie alle müssen warten

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Wenn sie will, steckt sie alle in die Tasche. Es war sozusagen ihre Abschiedsvorstellung im Kongress: Aber mit diesem fulminanten Auftritt hat sie gleichzeitig zu verstehen gegeben, dass sie noch keineswegs die Absicht hat, ins politische Rentnerdasein abzutreten.

Warum sollte sie auch? Laut Umfragen ist sie derzeit die beliebteste US-Politikerin. Und noch dazu verheiratet mit Amerikas beliebtesten Ex-Politiker. Sie hat einen engen Kreis loyaler und hochqualifizierter Mitarbeiter um sich geschart, die wissen, wie man Präsidentschaftswahlkämpfe organisiert. Diese könnte sie jederzeit mobilisieren. Zudem hätte sie mit ihren Beziehungen und denen ihres Mannes zu den wichtigsten Geldgebern der Demokraten nicht die geringsten Schwierigkeiten, die Abermillionen für den Präsidentschaftswahlkampf aufzubringen. Und, wer kann das schon sagen: Sie hat zumindest jetzt den Segen des gegenwärtigen Amtsinhabers.

Doch Hillary Clinton wird jetzt überhaupt noch nichts entscheiden. Sie wird vielleicht im Stillen die Voraussetzungen für einen neuen Anlauf aufs Weiße Haus schaffen, damit sie im Falle eines Falles antreten könnte. Aber in diesem - und wahrscheinlich noch nicht einmal im nächsten - Jahr wird sie sich nicht erklären. Clinton ist in einer komfortablen Situation: Solange sie keine Klarheit schafft, passiert nicht viel.

Joe Biden weiß, dass er gegen sie keine Chance hätte

Andere werden sich in Stellung bringen. Vizepräsident Joe Biden scharrt schon mächtig mit den Füßen. Aber er hat erkennen lassen, dass er gegen Clinton nicht antreten würde (weil er weiß, dass er keine Chance hätte). Oder die Politiker der nächsten Generation: der biedere, aber erfolgreiche Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, der smarte Senator Mark Warner aus Virginia, der Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa, oder der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo, Sprössling eines demokratischen Politikerclans. Aber auch sie werden warten, bis Clinton sich erklärt hat (vor allem würden sie kaum Geldgeber für ihren Wahlkampf finden).

Clinton muss sich also jetzt noch gar nicht entscheiden. Und sie ist zu sehr Profi, als dass sie diese Situation nicht zu nutzen verstände. Zugleich weiß sie aber auch, wie schnell sich die Winde in der Politik drehen. Schon vor sechs Jahren sah es so aus, als könnte ihr keiner das Wasser reichen. Doch dann kam bekanntlich alles anders.

Deswegen wird sie in Ruhe die politischen Entwicklungen in Amerika abwarten und sich nicht voreilig entscheiden. Hillary Clinton for President 2016? Bis dahin werden noch viele Kaffees zu trinken sein.

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