Präsidentschaftswahlen in den USA – Newt Gingrich

Der Polit-Veteran hat neben Mitt Romney gute Aussichten, Herausforderer von Präsident Barack Obama zu werden. Gingrich gehört seit Jahrzehnten zur amerikanischen Polit-Szene. In den neunziger Jahren war er auf dem Höhepunkt seiner Macht: Er führte die Republican Revolution an und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Konservativen wieder die Mehrheit im US-Kongress holen konnten. Von 1995 bis 1999 war er Sprecher des Repräsentantenhauses. An der Amtsenthebung von Präsident Bill Clinton verbrannte er sich allerdings die Finger, Gingrich musste selbst außereheliche Affären eingestehen. 1996 wurde Clinton wiedergewählt.

Weitere Schwachstellen Gingrichs: seine drei Ehen, der Umstand, dass er 1,6 Millionen Dollar vom inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierer Freddie Mac für angebliche Dienste als "Historiker" erhielt und beim Edel-Juwelier Tiffany einen Kreditrahmen von bis zu einer Million Dollar hatte. Jüngst erst sorgte der 68-Jährige für Kopfschütteln im eigenen Lager, als er die Palästinenser  als "erfundenes Volk" bezeichnete und den Friedensprozess mit Israel als "wahnhaft" geißelte. Nach den durchwachsenen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire konnte Gingrich in South Carolina einen Coup landen und Romney deutlich hinter sich lassen. Doch schon in Florida musste er wieder einen Rückschlag hinnehmen; auch in Nevada unterlag er seinem finanzstarken Konkurrenten. Am "Super-Dienstag" dann ein seltener Sieg für Gingrich: In seiner Heimat Georgia bekam er die meisten Stimmen.

Bild: dpa 4. Januar 2012, 05:262012-01-04 05:26:22 © Süddeutsche.de/rai/hai/mati