Präsidentschaftswahl:Jubel im Lager von Macron und Le Pen

Sozialliberale und Wähler des rechtsextremen Front National feiern ausgelassen. Auf allen anderen Wahlparties gehen die Anhänger früh nach Hause. Die Bilder vom Wahltag.

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Emmanuel Macron, head of the political movement En Marche !, or Onwards !, and candidate for the 2017 French presidential election, leaves his campaign headquarters in Paris after early results in the first round of 2017 French presidential election

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Gegen 22 Uhr veröffentlichen die französischen Fernsehsender noch einmal die neuesten Hochrechnungen. Die Rechte Marine Le Pen ist ihm dicht auf den Fersen, aber EU-Befürworter Emmanuel Macron liegt mit knapp 24 Prozent der Stimmen vorne.

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Der Jubel ist groß bei seinen Anhängern, die sich in der "En marche!"-Bewegung sammeln, was in etwa "Auf dem Vormarsch!" bedeutet.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

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Doch auch die Anhänger der Spitzenkandidatin des Front National, Marine Le Pen, haben Grund zu jubeln. Ihre Kandidatin liegt dicht hinter Macron auf Platz zwei.

Präsidentschaftswahl in Frankreich - Stimmabgabe Marine Le Pen

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Etwa 22 Prozent der Stimmen hat die Rechtsextreme Marine Le Pen den Hochrechnungen zufolge erreicht. Zusammen mit Macron wird sie am 7. Mai in die Stichwahl einziehen.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

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In Paris sorgen die Ergebnisse für wütende Reaktionen: Etwa 300 Jugendliche folgen einem Aufruf antifaschistischer Bewegungen und kommen auf dem Bastille-Platz zusammen. Einige der Versammelten werfen Flaschen und Knaller auf die in großer Zahl anwesenden Polizisten. Ihr Ärger richtet sich gegen beide Gewinner: Ein Teilnehmer ruft per Mikrofon dazu auf, "gegen Marine und gegen Macron" zu stimmen.

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Für den Konservativen François Fillon ist es kein guter Abend. Schon bald nach den ersten Hochrechnungen wird deutlich: Er ist in der ersten Runde ausgeschieden. "Dies ist meine Niederlage", gibt er vor seinen Anhängern zu - und kündigt an, jetzt den sozialliberalen Macron unterstützen zu wollen.

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Auch auf der Wahlparty des Linkspopulisten Jean-Luc Melenchon ist die Stimmung gedämpft. Mit 19,2 Prozent liegt er noch etwas hinter Fillon. Den Einzug in die Stichwahl hat er damit verpasst.

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Knapp 47 Millionen Franzosen waren an diesem Sonntag aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Sie konnten ihre Stimme in einem von mehr als 69 000 Wahlbüros abgeben (im Bild ein Lokal in Lyon). Zur Wahl standen elf Kandidaten.

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Die Wahllokale waren am Sonntag von 8 bis 19 Uhr geöffnet, in einigen großen Städten bis 20 Uhr. Bis dahin war völlig offen, wer vorne liegt: Laut Gesetz dürfen die ersten Hochrechnungen nicht vor 20 Uhr veröffentlicht werden, um noch unentschiedene Wähler nicht zu beeinflussen.

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Von allen Staatsoberhäuptern der EU hat der französische Präsident die wohl größten Vollmachten - häufig ist deswegen von einem "republikanischen Monarchen" die Rede. So ist der Staatschef gegenüber dem Parlament nicht verantwortlich und kann die Nationalversammlung auflösen. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte, unterschreibt Gesetze, kann Dekrete erlassen und in bestimmten Fragen ein Referendum anordnen. In Krisenzeiten kann er den Notstandsartikel 16 anwenden, der ihm nahezu uneingeschränkte Vollmachten gibt.

Der Staatschef wird in Frankreich seit 1965 direkt vom Volk gewählt und kann ein Mal wiedergewählt werden. Seit 2002 beträgt seine Amtszeit fünf statt wie zuvor sieben Jahre. Der bisherige Präsident, François Hollande, verzichtete auf eine Kandidatur für eine zweite Amtszeit. Er wählte am Sonntagmorgen in seinem alten Wahlkreis Tulle im Département Corrèze in Zentralfrankreich.

Emmanuel Macron, head of the political movement En Marche !, or Onwards !, and candidate for the 2017 French presidential election, casts his ballot in the first round of 2017 French presidential election at a polling station in Le Touquet

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Emmanuel Macron galt schon vor der Wahl als Favorit. Der parteilose Shootingstar könnte nun mit nur 39 Jahren als jüngster französischer Präsident in den Elysée-Palast einziehen. Der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister spricht mit seinem Reformprogramm insbesondere Wähler der politischen Mitte an und fährt einen betont deutschland- und europafreundlichen Kurs. Macron wählte am Sonntagmorgen gemeinsam mit seiner Frau Brigitte in Le Touquet in seinem Wahlkreis im Nordwesten Frankreichs.

Marine Le Pen, French National Front (FN) political party leader and candidate for French 2017 presidential election, casts her ballot in the first round of 2017 French presidential election at a polling station in Henin-Beaumont

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Die rechte Kandidatin Marine Le Pen, Vorsitzende des Front National (FN), liefert sich den Hochrechnungen zufolge ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Macron. Einen Sieg in der entscheidenden Stichwahl am 7. Mai halten Meinungsforscher aber für unwahrscheinlich. Le Pen, 48, gab ihre Stimme unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im nordfranzösischen Hénin-Beaumont ab, einer Hochburg des Front National (mit ihr im Bild: der FN-Bürgermeister von Hénin-Beaumont, Steeve Briois).

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Vor dem Wahllokal in Hénin-Beaumont protestierten am Morgen Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen. Sie sprangen mit freiem Oberkörper aus einem Wagen, trugen Masken von Marine Le Pen oder US-Präsident Donald Trump. Sicherheitskräfte drängten die Frauen in Polizeifahrzeuge und beschlagnahmten ihre Plakate.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

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Zur Wahl hat die Regierung ein beispielloses Sicherheitsaufgebot mobilisert: Mehr als 50 000 Polizisten und tausende Soldaten sind im Einsatz (wie hier in Paris), unter anderem zum Schutz der Wahllokale. Erstmals fand in Frankreich eine Präsidentschaftswahl im Ausnahmezustand statt. Dieser wurde nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 verhängt.

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Benoît Hamon vom Parti socialiste war am Sonntag einer der ersten Kandidaten, der seine Stimme abgab (in Trappes, westlich von Paris). Die schwächelnde Sozialistische Partei des Amtsinhabers Hollande wird den Elysée aber nicht verteidigen: Hamon, 49, tritt mit einem ausgesprochen linken Wahlprogramm an, den Hochrechnungen zufolge erreichte er nur 6,2 Prozent der Stimmen.

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François Fillon galt lange Zeit als Favorit auf das Präsidentenamt. Eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau hat ihn aber ins Straucheln gebracht. Den ersten Hochrechnungen zufolge kommt der frühere Premierminister auf 19,5 Prozent, ein Einzug in die Stichwahl ist damit unwahrscheinlich. Fillon, 63, wählte am Sonntag in Paris. Er setzt auf liberale Wirtschaftsreformen, er will die 35-Stunden-Woche abschaffen, 500 000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen und die Staatsausgaben um 100 Milliarden Euro senken. Innenpolitisch fährt der Konservative einen harten Kurs, außenpolitisch will er die Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin verbessern.

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Und dann wäre da noch Jean-Luc Mélenchon, 65. Der einstige Sozialist und Gründer der Linkspartei gibt sich als echter Volkstribun und hat damit in der Gunst der Wähler zugelegt. Wie Fillon liegt er in der ersten Wahlrunde bei 19,5 Prozent. Mélenchon will mit einem 100 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Zudem will der von den Kommunisten unterstützte Kandidat die Reichensteuer erhöhen.

© SZ.de/tba/fued
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