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Präsidentschaftswahl:Malis früherer Ministerpräsident liegt bei Wahl vorn

Presidential candidate Ibrahim Boubacar Keita speaks at a news conference during Mali's presidential election in Bamako

Präsidentschaftskandidat Ibrahim Boubacar Keita: Medienberichten zufolge liegt er bei der Wahl vorne. 

(Foto: REUTERS)

Der Sieg eines politischen Veteranen zeichnet sich ab: Bei der ersten Präsidentenwahl in Mali nach dem französischen Militäreinsatz dort sehen staatliche Medien den ehemaligen Ministerpräsidenten Ibrahim Boubacar Keita vorne. Frankreichs Regierungschef spricht von "großem Erfolg" für Frankreich.

Es ist die ersten Präsidentenwahl in Mali nach dem Krieg gegen separatistische Islamisten, den Sieg könnte ein bekannter Politiker des Landes davontragen: Der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim Boubacar Keita liegt offenbar in der Abstimmung vorne. Dies berichtet der staatliche Radio- und Fernsehsender ORTM. Demnach könnte Keita bereits im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Hürde genommen haben.

Der 68-Jährige, der von seinen Anhängern "IBK" genannt wird, war seit 2002 auch Parlamentspräsident. Keita gilt als politischer Veteran und hatte in der Vergangenheit mehrmals erfolglos bei Präsidentenwahlen kandidiert. IBK-Fans feiern seit den frühen Morgenstunden auf den Straßen der Hauptstadt Bamako. Wann das offizielle Ergebnis vorgelegt wird, ist noch unklar.

Der französische Präsident François Hollande hat den Verlauf der Präsidentschaftswahl begrüßt, die ohne größere Zwischenfälle am Sonntag stattfand. "Diese Wahl festigt die Rückkehr Malis zur verfassungsmäßigen Ordnung, nach dem Sieg über die Terroristen und der Befreiung des Landes", sagte der Staatschef.

Frankreichs Regierungschef lobt "großen Erfolg"

Trotz der Drohungen durch Islamisten sei es nach den ersten Beobachtungen der EU-Mission zu keinen "größeren Vorfällen" gekommen. Hollande hob zudem die starke Wahlbeteiligung als Zeichen der Verbundenheit der Malier mit den demokratischen Werten hervor.

Auch Regierungschef Jean-Marc Ayrault begrüßte während eines Besuchs in Malaysia den vergleichsweise störungsfreien Verlauf der Wahlen. "Für Frankreich ist das ein großer Erfolg", hob er mit Blick auf die französische Militärintervention seit Januar hervor, durch die Islamisten vor allem im Norden des Landes zurückgedrängt worden waren.

Ayrault sagte, dass Frankreich durch den Militäreinsatz das Land nie habe bevormunden wollen, sondern Mali die Möglichkeit zurückgeben wolle, "eine demokratische, unabhängige Nation zu werden". Die Wahl hatte unter starken Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden, an denen sich auch UN-Blauhelmsoldaten beteiligten. Zwischenfälle gab es nicht.

© Süddeutsche.de/AFP/kjan/olkl

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