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Präsidentschaftswahl in Russland:"Putin kann die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen"

Putin Wahlplakat Bus Russland

Passagiere eines Stadtbusses fahren an einem Wahlplakat Wladimir Putins vorbei

(Foto: REUTERS)

Wer das "System Putin" verstehen will, muss in die russische Provinz, wo der Präsident nach wie vor viel Rückhalt hat. Meinungen aus einem Land im Zwiespalt.

Protokolle von Paul Katzenberger, Moskau

In wenigen Tagen wählt Russland seinen Präsidenten für die kommenden sechs Jahre. Überraschungen sind ausgeschlossen: Wladimir Putin, bereits seit knapp zwei Jahrzehnten an der Macht, wird Russland weiter regieren. Was macht das System Putin so langlebig? Die Antwort auf die Frage findet sich in der russischen Provinz. Denn hier ist der Rückhalt für den Präsidenten groß, vor allem bei den älteren Wählern. Die Jungen haben allerdings zunehmend das Bild des Diktators im Kopf, das sich auch im Westen verfestigt hat. Was Putins Kritiker und Unterstützer eint: Sie lassen sich ungern mit vollem Namen zitieren. Stimmen aus einem Land, das sich auf die Grundsätze politischer Machtausübung immer noch nicht verständigt hat.

Viktor aus Susdal

Der 31-jährige Viktor ist Restaurator in Susdal. Die 220 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegene Stadt ist eine der ältesten Russlands und konnte ihr historisches Stadtbild weitgehend bewahren. Als Teil des sogenannten "Goldenen Rings", einer Handvoll historisch bedeutsamer Städte in Zentralrussland, ist sie ein beliebtes Reiseziel.

Die Wahlen sind nicht sauber. Das ist das erste, was mir einfällt, wenn ich darüber nachdenke. Denn es gibt außer Putin keine ernstzunehmenden Kandidaten. Alexej Nawalny, sein einziger echter Gegner, wurde aus fadenscheinigen Gründen von der Wahl ausgeschlossen.

Ich persönlich kann Nawalny nicht einschätzen, weil ich nicht weiß, ob das, was über ihn erzählt wird, wahr ist - sowohl im Guten, wie im Schlechten. Aber eines kann ich schon sagen: Dass Putin ihn als Gegenkandidaten verhindert, ist ein Zeichen von Nervosität. Er scheint Angst zu haben vor einer echten politischen Auseinandersetzung, die er nicht mehr total unter Kontrolle behalten kann.

Das Erlöser-Euthymios-Kloster in Susdal. Es gehört zu den acht weißsteinernen Denkmäler der altrussischen Baukunst, die zum Welterbe der Unesco zählen.

(Foto: AFP)

Das passt zu dem Bild, das ich von Putin habe. Denn er arbeitete für den sowjetischen Geheimdienst, und dort ist alles darauf ausgerichtet, bei jeder erdenklichen Konstellation Herr der Verhältnisse zu bleiben. Als ehemaliger KGB-Offizier weiß Putin, wie er den Weg für sich frei räumt. Ich mag solche Leute nicht. Polizisten und Geheimdienstleuten, denen ich bisher in meinem Leben begegnet bin, waren in der Regel Menschen, die ihre Interessen mittels Gewalt und Machtausübung durchgesetzt haben. Und wenn ich mir die gesamte Regentschaft Wladimir Putins anschaue, dann scheinen mir das auch seine Mittel gewesen zu sein, und weniger das Einhalten demokratischer Spielregeln.

So, wie ich den Wahlkampf bisher wahrnehme, geht es dabei weniger um eine Entscheidung der Bevölkerung, sondern eher um einen von oben verordneten Zirkus. Inzwischen sind wir ja schon so weit, dass der Kreml passende Gegenkandidaten kreiert. In Wahrheit sind Xenija Sobtschak oder Wladimir Schirinowski Clowns (Sobtschak, ein ehemaliges It-Girl ist die Tochter des verstorbenen Putin-Förderers Anatoli Sobtschak. Den Rechtspopulisten Schirinowski nimmt nach Jahrzehnten schriller Polemik kaum noch einer ernst, Anm. d. Red.).

"Das Internet nutzen die Landbewohner kaum"

In Wahlkampfzeiten wird die Situation im Land außerdem noch mehr schöngeredet als sonst. Putin lenkt seit Jahren erfolgreich von den eigentlichen Problemen ab, indem er auf äußere Feinde verweist. Er tut so, als ob uns Ukrainer oder Amerikaner vernichten wollten. Darüber vergessen die Leute, was hier eigentlich los ist und fangen an, alles andere um sich herum zu hassen. Dabei müssten sie eine Abneigung gegenüber ihrem Präsidenten entwickeln, der sich nicht darum kümmert, dass die Menschen mehr Geld in der Tasche haben, oder dass das Gesundheitssystem und der Bildungssektor erodieren.

Auf dem Land ist dieser Irrwitz besonders stark ausgeprägt. In Susdal liegt der Lebensstandard weit unter dem in Großstädten wie Nischnij Novgorord, St. Petersburg oder gar Moskau, aber der Tourismus fängt einiges auf. In anderen ländlichen Gebieten gibt es gar nichts, außer Diebstahl und Korruption. Und trotzdem ist der Rückhalt, den Putin auf dem Land hat, höher als in den Städten. Das liegt daran, dass sich die Menschen dort immer noch vor allem über das Fernsehen informieren, das inzwischen vollkommen vom Kreml indoktriniert wird. Das Internet nutzen die Landbewohner hingegen kaum als Informationsquelle, obwohl man sich dort viel besser mit objektiven Informationen versorgen kann. Doch in der Provinz ist das Internet höchstens Abspielstation für Pornos.

Ildar aus Kasan

Ildar, 23, arbeitet als Bauingenieur in Kasan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan, die ein wichtiges Zentrum des russischen Islam bildet. Der 800 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Millionenstadt an der Wolga geht es wirtschaftlich verhältnismäßig gut. Das produzierende Gewerbe weist mit Unternehmen im Flugzeug-, Maschinen und Gasturbinenbau sowie der chemischen, pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie eine große Vielfalt auf. Auch die Öl- und Bauwirtschaft, der Tourismus und der Handel florieren.

Eigentlich halte ich die Präsidentschaftswahlen für eine wichtige Angelegenheit. De facto bestimmen sie einen Teil meiner Zukunft für die nächsten sechs Jahre. Die Frage ist nur, ob sich an meiner Perspektive irgend etwas ändern würde, wenn die Wahlen nicht statt fänden. Denn es besteht kein Zweifel daran, dass Putin danach weiterregieren wird, und das täte er auch ohne die Wahlen.

Jeder Herausforderer, der Putins Siegchancen ernsthaft gefährden könnte, wird diskreditiert, ignoriert, ins Gefängnis geworfen oder in irgendeiner anderen Weise aus dem Weg geräumt. Putin hat die Macht fest im Griff und denkt nicht daran, sie irgendwie zu teilen, was ich sehr verurteile.

Ich bezweifle ernsthaft, ob man Russland noch eine Demokratie nennen kann, falls das überhaupt jemals möglich war. Oder gibt es irgendein Land, das sich als Demokratie bezeichnet, und gleichzeitig einen solchen Personenkult um seinen Staatschef aufführt? In dem die Propaganda so penetrant ist, und das einen so großen Polizeiapparat hat?

Natürlich kommt Putin nach wie vor auf hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung, die ich gar nicht anzweifle. Ich erkläre mir das mit dem Chaos der Neunzigerjahre (die Ära Jelzin, in der Russlands Wirtschaft teilweise zusammenbrach und das Land zahlungsunfähig war, Anm. d. Red.). Alle, die damals erwachsen waren, also diejenigen, die heute 40 Jahre alt sind oder älter, erlebten die ersten Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion als eine Zeit harter Prüfungen. Das hat sich ihnen tief eingeprägt. Heute idealisieren sie Putin, weil sie glauben, er habe sie aus der damaligen Krise geführt. Sie sind bereit, die langjährigen Defizite der Regierungsarbeit hinzunehmen. Das heißt: Weiterhin in der Stagnation zu verharren, sich mit laufenden Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und Benzin abzufinden und Gesetze zu tolerieren, die ihre Rechte und Freiheiten einschränken. Alles, nur nicht zurück in die Neunzigerjahre, so lautet ihre Devise.

"Wer zu aufmüpfig wird, riskiert seinen Job"

Hinzu kommt, dass es sich die Beschäftigten des öffentlichen Sektors, also etwa Beamte, Lehrer und Ärzte, kaum leisten können, offen auf Distanz zu Putin zu gehen. Wer zu aufmüpfig wird, riskiert seinen Job, während das Militär und die Polizei vom Kreml verhätschelt werden.

Auch Angestellte, Arbeiter und Kleinunternehmer müssen kämpfen. Besonders wenn sie, so wie ich, in den Regionen fernab der Hauptstadt leben. Ich würde mir hier in Kasan dieselben Arbeitskonditionen und -chancen wie in Moskau wünschen, doch stattdessen verdiene ich als Bauingenieur nur die Hälfte dessen, was ich in Moskau bekäme. Die Preise sind hier zwar niedriger als in Moskau oder St. Petersburg, aber so viel günstiger sind sie nicht, dass es das ausgleichen würde. Dabei habe ich noch Glück: Kasan ist Austragungsort der WM (2018 in Russland, Anm. d. Red.), das gibt der Stadt Auftrieb und als Bauingenieur stehe ich natürlich besonders gut da. Doch in den angrenzenden Regionen ist der Niedergang deutlich spürbar.

Alla aus Noginsk

Caviar And Salmon Production At Russian Sea CJSC

Lebensmittelproduktion bei der Firma "CJSC Russisches Meer" in Noginsk: Arbeiterinnen wiegen und verpacken Lachskaviar.

(Foto: Bloomberg)

Obwohl das offizielle Rentenalter für Frauen in Russland bei 55 Jahren liegt, arbeitet die 63-jährige Alla nach wie vor in ihrem Beruf als Verwaltungsangestellte. Nicht wegen des Geldes, sondern weil sie gerne unter Leuten ist, wie sie sagt. Sie lebt in Noginsk, einer Stadt mit 100 000 Einwohnern 60 Kilometer östlich von Moskau. Der Ort ist gegrägt durch die Land- und Forstwirtschaft sowie die Lebensmittelproduktion.

Für mich ist die anstehende Präsidentschaftswahl von zentraler Bedeutung.In Zeiten der Unberechenbarkeit brauchen wir Stabilität. Leuten wie mir, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind, ist das sehr wichtig.

Natürlich müssen wir gleichzeitig die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Und ich denke, dass unser derzeitiger Präsident, den wir vermutlich auch zum künftigen Amtsinhaber küren werden, diese Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen wird. Putin wird die Macht in seiner nächsten Amtszeit an junge Leute übergeben, denen die Zukunft des Landes am Herzen liegt, und die sich nicht ins Ausland absetzen wollen. Ich bin da zuversichtlich.

Ich weiß, dass eine Art Erbmonarchie, wie ich sie gerade beschrieben habe, im Westen als undemokratisch angesehen wird. Doch wir Russen haben uns daran gewöhnt, dass es immer eine starke Zentralmacht geben muss. Das ist fest in unseren Köpfen - aus gutem Grund. Denn wir sind mit dem riesigen Territorium, den vielen Religionen, Ethnien und der kulturellen Vielfalt ein außergewöhnlich heterogenes Land, das nur durch die gemeinsame russische Kultur zusammengehalten wird.

"Solange der Präsident nicht vorbeischaut, geht nichts voran"

Das heißt nicht, dass ich gegen die Demokratie bin. Aber Kritiker wie Alexej Nawalny sind mir suspekt. Denn er sieht immer nur das Negative. Er gehört einer Generation von Menschenrechtsaktivisten an, die in der Spätphase der Sowjetunion aufwuchs, und die sich die maßlose Kritik am Sozialismus zur Gewohnheit machte. Doch das ist keine gute Einstellung. Man kann das Land doch keinem Pessimisten überlassen. Allein schon deswegen nicht, weil die Russen ihrer Natur nach Optimisten sind. Es gibt viele Missstände in Russland, die sogar kritisiert werden müssen. Doch dabei darf es nicht bleiben. Man muss auch Lösungen anbieten. Das russische Volk hat schon oft bewiesen, dass es viel ertragen kann, allerdings unter einer Bedingung: Dass die Menschen wissen, wofür sie Entbehrungen in Kauf nehmen.

In Noginsk, wo ich lebe, genieße ich die Beschaulichkeit, die hier noch herrscht, etwa im Vergleich zu Moskau. Und ich bin zuversichtlich, dass sich das Leben in der Provinz allgemein verbessert. In Russland gilt eine Regel: Solange der Präsident nicht vorbeischaut, geht nichts voran. Das ist zwar eine Schande, aber ein Fakt. Deswegen war ich erleichtert, als ich feststellte, dass Putin im Gegensatz zu seinen Vorgängern durchs Land reist. Er zwingt auch seine Mitarbeiter dazu - und zwar nicht nur in Wahlkampfzeiten. Lange hat die Exekutive auf dem Land nicht funktioniert, doch das ändert sich gerade.

Stasja aus Sotschi

Das Swissotel Resort Kamelia Hotel in Sotschi. Stalin ließ es in den Fünfzigerjahren für urlaubende Funktionäre errichten. Zum Start der Winterspielen wurde es zu einem modernen Fünf-Sterne-Haus umgebaut

(Foto: AFP)

Die 19-jährige Stasja aus Sotschi studiert koreanische Philologie. Ihre Heimatstadt Sotschi war 2014 Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Das 1600 Kilometer südlich von Moskau gelegene 340.000-Einwohner-Seebad am Fuße des Kaukasus ist im Sommer Anziehungspunkt für Millionen russischer Touristen.

Mir sind diese Wahlen vollkommen egal. Jeder weiß, dass Putin gewinnen wird. Deswegen werde ich nicht zur Wahl gehen. Auf lange Sicht will ich Russland verlassen, denn ich fühle mich in meinem Land nicht wohl: Mir sind die Menschen hier zu reaktionär, was zum Beispiel Ihre Haltung gegenüber Homo-, Transsexuellen und Feministinnen angeht, und ganz allgemein persönlichen Freiheitsrechten.

Die Mehrheit der russischen Bevölkerung will einfach keine Veränderungen, das gilt auch bei anderen Themen. Viele Russen sind arm und haben schlechte Jobs, doch sie finden sich damit ab. Ich kann das einfach nicht verstehen. Ich habe mein Leben vor mir, und ich will Veränderungen, damit sich die Dinge verbessern.

"Ich habe jegliches Interesse an Politik verloren"

Die meisten Russen leben geistig immer noch in der UdSSR, die eine Weltmacht war. Deswegen vertrauen viele nach wie vor Putin, der die alte Größe beschwört.

Ich habe jegliches Interesse an Politik verloren. Wenn ich zufälligerweise die politischen Fernsehsendungen anschalte, die sich meine Oma immer anschaut, dann sehe ich da eigentlich immer nur Propaganda. Da wird ständig gepredigt, dass in Russland alles großartig sei und in den USA und in Westeuropa alles schlecht. Es geht immer nur darum, die Zuschauer zu manipulieren, nicht aber um die Realität.

In Sotschi ist Putin sehr populär. Viele Bewohner der Stadt rechnen ihm an, dass er die Winter-Olympiade 2014 hierher gebracht hat. Seither ist es wirtschaftlich stark aufwärts gegangen. Überall eröffneten neue Hotels, Malls und Restaurants. Es gibt viele neue Beschäftigungsmöglichkeiten, und das alles bei nach wie vor moderaten Preisen. Meinen Eltern und mir missfällt diese Entwicklung allerdings. Denn das ist nicht mehr das Sotschi, das wir von früher her kennen. Es sind viele Moskauer und Ausländer in die Stadt gezogen. Die bringen zwar Geld mit, doch sie verändern den Charakter des Ortes. Es geht nur noch um das Geschäft und die Touristen, doch das ursprüngliche Leben ist verloren gegangen, und man kommt nicht mehr zur Ruhe.

Faina aus Moskau

Ein Schild weist in Moskau auf die Präsidentschaftswahl am 18.März 2018 hin.

(Foto: AFP)

Faina, 42, lebt in Moskau und ist im Getränke-Groß- und -Einzelhandel tätig.

Ich werde bei der Präsidentschaftswahl Putin wählen. Nicht, weil ich restlos von ihm überzeugt bin, sondern weil ich ihn unter allen Kandidaten noch immer für den besten halte. Mal ganz im Ernst: Soll ein Schirinowski (Präsidentschaftskandidat der rechtsextremen Partei LDPR, Anm. d. Red.) oder ein Grudinin (Kandidat der Kommunistischen Partei, Anm. d. Red.) das Land führen?

Da halte ich es dann doch lieber mit Putin, obwohl der auch nicht mehr in seiner besten Verfassung ist. Denn leider merkt man ihm den Verschleiß seiner langen Amtszeit an. In den frühen Jahren seiner Präsidentschaft unterschied er sich positiv von seinem Vorgänger und anderen Politikern dadurch, dass er auf Fragen konkret einging. Das war geradezu sein Markenzeichen. Inzwischen ist das leider nicht mehr so, oft reagiert er inzwischen mit dem gestanzten Gerede, wie es für Politiker leider typisch ist.

Trotzdem hat Putin das Land nach vorne gebracht, und ich denke, er wird das auch in den kommenden sechs Jahren tun. Ich weiß, dass unserer Regierung im Ausland viel Argwohn begegnet, und ich frage mich immer, warum das so ist. Denn uns geht es im Großen und Ganzen gut. Unsere Gesundheitsversorgung ist zum Beispiel zumindest in Moskau hervorragend. Meine Tante hatte Krebs und wurde hier hervorragend behandelt, vollkommen kostenfrei.

"Grund zur Zuversicht"

Putin steht außerdem für Stabilität. Selbst Angela Merkel hatte jetzt große Schwierigkeiten, in Deutschland eine Regierung zu bilden. Bei uns hat es ein solches Machtvakuum schon lange nicht mehr gegeben. Und dass Politiker ihren Job nicht machen, und chaotische Verhältnisse zulassen, wie sie in Deutschland mit der massenhaften Einwanderung von Flüchtlingen zustande kamen, wäre bei uns schlicht nicht denkbar. Denn eines muss man Putin lassen: Er passt auf das Land sehr zuverlässig auf.

Dass Alexej Nawalny nicht zur Wahl zugelassen wurde, halte ich zwar nicht für richtig, doch ich hätte ihn auch nicht gewählt. Ich war ihm gegenüber zunächst unvoreingenommen, doch dann habe ich ihn einmal in seiner Sendung auf Youtube gesehen. Danach war er bei mir vollkommen unten durch. Denn ich habe selten jemanden gesehen, der seinem Gesprächspartner so das Wort im Munde umgedreht hat, wie er.

Insgesamt haben wir aber allen Grund zur Zuversicht. Es freut mich, zu sehen, dass im Augenblick in Moskau alles so schön hergerichtet wird. Wenn sich Russland bei der Fußball-Weltmeisterschaft als gastfreundliches Land präsentiert, verbessert sich vielleicht nach und nach unser angespanntes Verhältnis zum Westen. Ich würde es mir wünschen. Denn wir sind ein friedliebendes Volk.

© SZ.de/anri/ghe

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