Der frühere französische Regierungschef Manuel Valls will bei der Präsidentschaftswahl für den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron stimmen. Er werde bereits in der ersten Wahlrunde am 23. April für den früheren Wirtschaftsminister stimmen, sagte Valls im Sender RMC.
Er begründete seine Entscheidung mit der Gefahr eines Wahlsiegs der Rechtspopulistin Marine Le Pen: "Er ist derjenige, der den FN (Front National) verhindern kann", sagte der Sozialist über Macron. Man dürfe bei der Wahl kein Risiko für die Republik eingehen.
Die Entscheidung des Ex-Premiers für seinen einstigen Wirtschaftsminister ist ein harter Rückschlag für den sozialistischen Kandidaten Benoît Hamon, dem Valls bei der Präsidentschaftsvorwahl seiner Partei im Januar unterlegen war. Valls hatte sich eigentlich im Vorfeld der Vorwahl verpflichtet, im Falle einer Niederlage den Sieger zu unterstützen. Schon Mitte März machte der Vertreter des rechten Parteiflügels aber deutlich, dass er den Parteilinken nicht unterstützen will. Nun lief er offiziell zu Macron über.
Der sozialliberale Reformpolitiker Macron gilt inzwischen als Favorit für die Präsidentschaftswahl. Hamon dagegen ist so gut wie chancenlos. Umfragen sagen derzeit eine Stichwahl zwischen Macron und Le Pen voraus, die der Politik-Jungstar dann gewinnen dürfte.

