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Präsidentenwahl in Venezuela:Glückwünsche via Twitter

Chávez' Herausforderer hatte seine Niederlage zuvor eingestanden. "Ich bin ein Demokrat. Der Wille des Volkes ist mir heilg", sagte Capriles während einer Pressekonferenz und verband seine Glückwünsche mit seinem Appell an Chávez, in Zukunft die Opposition stärker in seine Politik einzubeziehen. "Ich hoffe, dass der Präsident den Wunsch des Volkes mit Größe annehmen wird. Wir sind ein Land, in dem es zwei verschiedene Visionen für die Zukunft gibt und ein guter Präsident zu sein, bedeutet auch, für die Einigkeit aller Bürger in Venezuela zu arbeiten."

Die Niederlage für Capriles trifft die Opposition hart, denn diesmal hatten sich Chávez' Gegner, gestützt auf einige Umfragen, hohe Siegchancen ausgerechnet. Die jetzige Wahl galt als bisher schwierigste Abstimmung für Chávez.

Zwar ermöglichen ihm die Einnahmen aus der Ölindustrie eine üppige Sozialpolitik, doch gemessen daran, dass er während seiner Amtszeit mindestens eine Billion an Petro-Dollars eingenommen hat, ist die Bilanz seines sozialistischen Modells eher mager. Noch immer herrscht beispielsweise in einigen Viertel der Hauptstadt Caracas Armut und Mangel, während nebenan die Oberschicht in Luxusvilllen residiert.

"Dein Sieg ist auch unser Sieg"

Daher gelang es Capriles, der monatelang durchs Land tourte, selbst bei der Unterschicht mehr und mehr Anhänger zu finden. Chavez steuerte dagegen, indem er in den Monaten vor der Wahl mit viel Geld neue Sozialwohnungen baute und Programme für arme Familien aufgestockte. Am Ende reichten Capriles' Versprechen, gegen die zunehmenden Gewaltverbrechen vorzugehen, die aufgeblähte Bürokratie einzudämmen und die Korruption zu beenden, doch nicht ganz für einen Sieg gegen den Amtsinhaber.

In der lateinamerikanischen Welt, in der Chavez weit weniger kritisch gesehen wird als in Europa, löst die Wiederwahl vielfach positive Reaktionen aus. Unter den Gratulanten sind vor allem Staatschefs aus den sogenannten Alba-Staaten. Die "Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerikas" (Alba) arbeitet mit ihren acht Mitgliedsstaaten auf eine größere Unabhängigkeit von den USA und Europa hin. Ihr gehören neben Bolivien und Venezuela unter anderem Kuba, Ecuador und Honduras an.

"Dein entscheidender Sieg garantiert, dass der Kampf für eine echte Integration unseres Amerikas weitergehen kann", twitterte etwa der kubanische Präsident Raúl Castro an Chávez. Boliviens sozialistischer Präsident Evo Morales sagte, dass Chávez' Wahlsieg nicht nur ein Triumph für das venezolanische Volk sei, sondern auch ein Triumph für die Alba-Staaten und Lateinamerika, wie die spanische Zeitung El Mundo berichtet. Der gestürzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, sprach von einem "speziellen Moment der Freude" für alle Völker Lateinamerikas und der Karibik. Erfreut zeigte sich auch Ecuadors Präsident Rafael Correa: "Chávez Sieger mit fast 10 Punkten Abstand!", jubelte er via Twitter.

Auch die argentinische Präsidentin Christina Fernandez Kirchner äußerte sich mit einer persönlichen Twitter-Nachricht an ihren Amtskollegen: "Dein Sieg ist auch unser Sieg - und der ganz Lateinamerikas. Vorwärts Hugo! Vorwärts Venezuela!".