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Präsident von Venezuela:Maduro darf doch über US-Gebiet fliegen

Maduro Venezuela USA Flugzeug

Venezuelas Präsident Maduro bei einer Aufzeichnung fürs Fernsehen (Archivbild)

(Foto: dpa)

Schuld war laut den USA ein fehlerhafter Antrag: Zwei Tage zu spät habe Venezuela die Überflugrechte für US-Gebiet beantragt. Deshalb habe Venezuelas Präsident Maduro zunächst keine Genehmigung gehabt. Nun darf er die Karibikinsel Puerto Rico überfliegen. Dennoch sieht Maduro Grund für Kritik.

Die USA haben Vorwürfe des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zurückgewiesen, ihm die Nutzung ihres Luftraums für einen Flug nach China verweigert zu haben. Das US-Außenministerium erklärte am Freitag, dass Caracas den Antrag für einen Überflug des US-amerikanischen Außengebiets Puerto Rico fehlerhaft und zu spät gestellt habe. Die US-Behörden hätten sich daraufhin aber "außerordentliche Mühe" gegeben, um die Erlaubnis binnen Stunden zu erteilen.

Venezuelas Außenminister Elías Jaua hatte sich am Donnerstag beschwert, dass die USA ihren Luftraum für Maduro nicht freigegeben hätten. Dies sei eine "Beleidigung", sagte Jaua vor Journalisten. Maduro selbst sprach von einem "ernsten Fauxpas". Venezuelas Staatschef will am Samstag für mehrere Tage nach China fliegen und dort seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping zu Gesprächen treffen.

"Die Vereinigten Staaten haben den venezolanischen Behörden erlaubt, ihren Luftraum zu nutzen", stellte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP klar. Die Regierung in Caracas habe den Antrag für diplomatische Überflugrechte allerdings nur einen Tag im Voraus gestellt, erforderlich sei normalerweise aber ein Vorlauf von drei Tagen. Außerdem habe es sich bei der angemeldeten Maschine nicht um ein offizielles Flugzeug gehandelt. "Wir haben Venezuela auf die korrekte Verfahrensweise aufmerksam gemacht und die Behörden vergangene Nacht informiert, dass die Erlaubnis erteilt wurde", schrieb Harf.

Maduro hatte nach der vermeintlichen Absage verschnupft reagiert: "Einem Staatschef die Erlaubnis zum Überflug des Luftraumes eines Landes (Puerto Rico) zu verweigern, das sie kolonisiert haben, ist ein schwerer Fehler", sagte er. Außenminister Elías Jaua hatte betont, es gebe keinen Grund, den Überflug zu verweigern, deswegen betrachte Venezuela dies als neue Provokation des "US-Imperialismus".

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sind äußerst schwierig. Das reicht in die Zeit von Maduros verstorbenem Vorgänger Hugo Chávez zurück. Seit 2010 gibt es in den Ländern keinen Botschafter des jeweiligen anderen Staaten mehr.

Maduro warf den USA am Donnerstag außerdem vor, der venezolanischen Delegation die nötigen Visa für die Reise zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung zu verwehren. Venezuela werde es "nicht akzeptieren", dass irgend jemandem das Visum verwehrt werde, sagte er am Donnerstag. Er ließ dabei offen, ob er selbst kommende Woche nach New York reisen wird.

© Süddeutsche.de/AFP/mike
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