Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Straftaten gegen Brandenburger Politiker und Parteienvertreter ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Wie das Innenministerium in Potsdam auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke) mitteilte, gab es im Jahr 2021 mindestens 72 Fälle. Der Polizeistatistik zufolge ist das im Vergleich Vorjahr ein Rückgang um 64 Delikte. Die Zahlen für 2021 sind allerdings nicht ganz vollständig, weil in den Angaben des Ministeriums keine Delikte gegen Parteienvertreter im ersten Quartal enthalten sind, sondern nur gegen Mandatsträger.
Die amtlichen Zahlen von Fällen politischer Kriminalität, die sich im vergangenen Jahr ereigneten, will das Ministerium noch in diesem Monat veröffentlichen. 2019 hatte die Polizei 161 Straftaten gegen Amtsinhaber, Mandatsträger und Parteienvertreter registriert. Die häufigsten Delikte betrafen Sachbeschädigungen, Nötigungen, Bedrohungen und Verleumdungen.
Geringfügig zurückgegangen sind auch die Anschläge auf Büros von Parteien und Abgeordneten in Brandenburg. 2021 gab es nach den Angaben 26 Fälle, 2 weniger als 2020. Für 2019 nannte die Polizeistatistik die gleiche Zahl.
Acht Straftaten richteten sich im vergangenen Jahr gegen die Grünen, sieben gegen die AfD, sechs gegen die Linke und drei gegen die SPD. CDU-Büros waren zwei Mal Ziel von Attacken, ein Angriff richtete sich gegen die FDP. Dabei handelte es sich überwiegend um Sachbeschädigungen wie eingeworfene Fensterscheiben und Schmierereien.
Die Zahl der 2021 registrierten Straftaten kann noch höher ausfallen. In den vergangenen Jahren kam es durch die polizeilichen Ermittlungen häufig zu Nachmeldungen für einzelne Quartale.
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