Potsdam (dpa/bb) - In Brandenburg haben sich bisher 1016 Schülerinnen und Schüler, die vor dem Ukraine-Krieg geflüchtet sind, für einen Schulbesuch angemeldet. Das sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Bildungs- und Integrationsausschusses des Landtags. Sie rief zu Flexibilität auf. „Für uns ist wichtig, sich klar zu machen, dass wir heutzutage nicht wissen, wir viele Kinder aus der Ukraine zu uns kommen werden, die die Schule besuchen möchten und auch die Kita.“
Unklar ist nach ihren Worten auch, wo sie in Brandenburg hinkommen und wie lange sie bleiben. 138 Kinder sind bisher in Schulen aufgenommen worden. „Je Berlin-ferner wir sind, desto mehr Möglichkeiten gibt es auch in den Schulen, Kinder aufzunehmen.“
Die Ministerin rief dazu auf, mit Augenmaß auf den Wunsch der Ukraine zu reagieren, nach ukrainischem Lehrplan und auf Ukrainisch zu unterrichten. Die Generalkonsulin Iryna Tybinka hatte an die Kultusminister appelliert, auf Kontinuität der Bildungsprozesse und ein Aufrechterhalten der nationalen Identität ukrainischer Kinder zu achten. Es gehe um einen vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland.
Ernst sagte: „Wir wissen aber aus Flucht- und Migrationsbewegungen der Vergangenheit, dass das häufig die Wünsche sind, aber dass doch ein großer Teil hier bleibt, so dass selbstverständlich auch wir auf das Erlernen der deutschen Sprache setzen.“ Die Schulen und Berufsschulen in Deutschland haben inzwischen mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen.
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