Politiker des Jahres 2011 – Gesine Lötzsch

Gesine Lötzsch gehört nicht gerade zu den Politikerinnen, die Glanzpunkte auf Parteitagen setzen können. Dabei ist sie Parteivorsitzende der Linken. Das ist einer größeren Öffentlichkeit erst gewahr geworden, als sie in einem Aufsatz "Wege zum Kommunismus" aufzeigte. Das hätte zu einem spontanen Aufflammen eines kalten Krieges führen können, wäre die Linke da noch eine relevante politische Kraft gewesen. Doch Lötzsch und ihr Kompagnon an der Parteispitze, Klaus Ernst, hatten es bis dahin schon geschafft, den Höhenflug der Linken zu stoppen und die Deutungshoheit in sozialen Fragen fast vollständig einer SPD-Frau namens Manuela Schwesig zu überlassen.

Die ganz Linken à la Lötzsch haben in einer so ausweglosen Situation aber einen klaren Vorteil: Angesichts der aktuellen Krise des Kapitalismus drängt sich der Eindruck auf, der Kommunismus werde kommen - so oder so. Ob Lötzsch dann noch Vorsitzende ist, ist allerdings fraglich. Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht proben schon den Paarlauf an die Parteispitze.

Bild: dpa 29. Dezember 2011, 11:042011-12-29 11:04:01 © sueddeutsche.de