Politiker des Jahres 2011 – Christian Wulff

Das Jahr verlief relativ ruhig für den Bundespräsidenten. Mit seiner Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland, verdiente er sich Respekt. Auch die Bereitschaft, die Opfer der rechten Terrorzelle NSU zu empfangen, trug dazu bei. Dazu ein paar Glamourgeschichten in Gala und Bunte mit seiner Glamour-Frau Bettina. Und das Volk war zufrieden mit seinem Präsidenten.

Doch die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln. Und eine hannoversche Vergangenheit schon mal gar nicht. In das Amigo-Netz vom Maschsee aus Geschäftemachern und Politikern hat sich auch der damalige Ministerpräsident Wulff gerne einspinnen lassen. Von einer befreundeten Unternehmerfamilie nahm er einen Privatkredit über 500.000 Euro an. Finanzjongleur Carsten Maschmeyer spendierte im Wahlkampf 2008 eine Anzeigenkampagne für das Wulff-Buch "Besser die Wahrheit" - von der Wulff nichts gewusst haben will.

Jetzt muss Wulff um sein Amt kämpfen. Er hat sich für den Umgang mit der Affäre entschuldigt, aber der Opposition reicht das nicht. Wulff will weiter "gewissenhaft" und "mit voller Kraft" sein Amt ausüben. Ob das gelingt?

Bild: Getty Images 29. Dezember 2011, 11:042011-12-29 11:04:01 © sueddeutsche.de