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Kongo:Konsens nur für eine Nacht

Der Ex-Manager Martin Fayulu will Kongos Präsident Kabila beerben. Doch nicht allen in der Opposition gefällt das.

(Foto: Fabrice Coffrini/afp)

Kongos Opposition sucht weiter einen gemeinsamen Kandidaten, der Präsident Kabila herausfordern könnte.

Martin Fayulu sitzt im großen Frühstücksraum im Erdgeschoss an einem eindeckten Tisch und ist sein einziger Gast. Draußen plätschert Wasser in den azurblauen Swimmingpool, oben warten 22 Luxussuiten auf Buchungen, unten im Erdgeschoss sagt der Hotelbesitzer: "Sie haben mir das Hotel geschlossen, es ist eine Farce, ich soll Steuerschulden haben, was aber nicht stimmt." Es ist ein sonniger Maitag in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, doch Fayulu wirkt ziemlich einsam. Allein in seinem Hotel, allein in seinem Kampf, Spitzenkandidat der Opposition für die Präsidentschaftswahl im Dezember zu werden. Der 61-Jährige erzählt von seinem Widerstand gegen das Regime von Joseph Kabila, der ihn ins Gefängnis brachte und um sein Vermögen - sein Auto ist beschlagnahmt, sein Hotel geschlossen. An jenem Tag im Mai wirkte es fast so, als seien das seine besten Argumente für das Spitzenamt. "Ich werde es schaffen", sagt er zum Abschied.

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