Politik kompakt Russische Medien machen Stimmung gegen Lukaschenko

Das russische Staatsfernsehen hat erneut schwere Vorwürfe gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko erhoben. In einer auf dem Sender NTW ausgestrahlten Dokumentation wurde Lukaschenko vorgeworfen, "Todesschwadronen" gegen Oppositionelle eingesetzt zu haben. Zitiert wurde dabei ein Mann, der als früheres Mitglied einer weißrussischen Eliteeinheit vorgestellt wurde. Ein Kamerad habe an solchen Tötungseinsätzen teilgenommen und ihm davon erzählt, sagte Mann. "Es wurde ihnen so dargestellt, als sei es im Interesse des Landes, im Interesse des Präsidenten." In seinen Ausführungen bezog sich der Mann ausdrücklich auf den früheren Innenminister Juri Sacharenko und Viktor Gontschar.

Beide verschwanden im Jahr 1999 in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter ungeklärten Umständen. Die Opposition wirft der Regierung vor, ihre Ermordung veranlasst zu haben. Im NTW-Beitrag kam in dem Zusammenhang auch die Rede auf den Regierungskritiker Oleg Bebenin, der im September erhängt in seinem Landhaus nahe Minsk aufgefunden worden war. "Der seltsame Mord am Journalisten Bebenin erinnert an die mysteriösen Ereignisse vor zehn Jahren, vor den Wahlen im Jahr 2001", hieß es in dem Kommentar des Beitrags.

In Weißrussland werden im Dezember Präsidentschaftswahlen abgehalten, bei denen sich der seit 1994 mit eiserner Hand herrschende Lukaschenko zur Wiederwahl stellen will. Zwischen Russland und der früheren Sowjetrepublik Weißrussland hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt Spannungen gegeben. NTW strahlte bereits im August eine dreiteilige Dokumentation über Lukaschenko aus. Darin wurde der weißrussische Präsident unter anderem als Psychopath dargestellt.

(AFP)