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Politik kompakt:"Vorwürfe sind haltlos"

Iran will keine Demonstranten misshandelt haben, der Bruders des afghanischen Präsidenten versteckte einige Tonnen Opium und die Ukraine kritisiert Russland barsch.

Iran bestreitet Missbrauch von Demonstranten

Hände, Iran, AP

Demonstranten bemalen in Berlin ihre Hände in den Farben der iranischen Flagge um gegen die Wiederwahl Ahmadinedschads zu protestieren.

(Foto: Foto: AP)

Das iranische Parlament hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach inhaftierte Oppositionelle im Gefängnis sexuell misshandelt worden seien. Nach Untersuchungen in zwei Gefängnissen seien keine Anzeichen für sexuelle Übergriffe auf Gefangene gefunden worden, die Vorwürfe seien haltlos, sagte Parlamentssprecher Ali Laridschani. Er warnte die Opposition davor, nicht belegbare Vorwürfe zu erheben. Sie würden von ausländischen Medien ausgenutzt. Die größte Oppositionspartei im Parlament, Etemad Melli, hatte erklärt, mehrere junge Frauen seien sexuell misshandelt worden.

Drogenfund beim Halbbruder des afghanischen Präsidenten

Britische Eliteeinheiten haben in Südafghanistan mehrere Tonnen Rohopium in einem Gehöft beschlagnahmt, das Ahmed Wali Karzai gehört. Er ist der Halbbruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Wie der Stern berichtet, gelang der Fund bei einer Operation gegen den Drogenhandel im Süden der Provinz Kandahar. Karzai wird von amerikanischen und britischen Ermittlern seit Jahren mit Drogengeschäften in Verbindung gebracht, hat aber stets dementiert, darin verwickelt zu sein. Nach Angaben von internationalen Ermittlern verhafteten britische Soldaten zunächst eine Gruppe von Taliban, die Opium transportierten. Ein Polizeioffizier, der mit den radikalen Islamisten kooperiert und die Briten zu dem Gehöft geführt hatte, wurde ebenfalls festgenommen.

Streit zwischen Russland und der Ukraine wird barscher

Der Ton zwischen Russland und der Ukraine wird immer rauer: Kiew warf Moskau eine "imperialistische Attitüde" vor. Russland sei "in alten imperialistischen Komplexen gefangen", erklärte die ukrainische Präsidentschaft. Moskau habe "den Dialog unter Gleichen durch eine aggressive und verletztende Sprache ersetzt". In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Streit zwischen beiden Ländern über die russischen Gas-Lieferungen gegeben, der bis zu Lieferstopps eskalierte. Russlands Präsident Dmitrij Medwedew hatte am Dienstag die Entsendung eines Botschafters nach Kiew aufgeschoben und dies mit dem "gegenwärtigen anti-russischen Kurs der ukrainischen Führung" begründet.

Nordkaukasischer Bauminister erschossen

Im russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus ist bei einem blutigen Überfall auf ein Regierungsgebäude in Inguschetien der Bauminister der Teilrepublik ermordet worden. Unbekannte seien in der Hauptstadt Magas in das Büro von Ruslan Amerchanow gestürmt und hätten den Ressortchef aus unmittelbarer Nähe direkt an seinem Schreibtisch erschossen, sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax. Auch mindestens ein Mitarbeiter wurde verletzt. Nach den Tätern werde gefahndet, teilte ein Justizsprecher mit. Amerchanow habe im Bauwesen zuletzt mehrere Betrugsfälle mit Staatssubventionen aufgedeckt. Dies könne ein Motiv sein. In der benachbarten Teilrepublik Tschetschenien wurden ebenfalls am Mittwoch zwei Polizisten erschossen. Rebellen hätten nahe der Hauptstadt Grosny aus dem Hinterhalt das Feuer auf einen Wagen mit den Männern eröffnet, teilten die Behörden in Grosny mit. Die beiden Milizionäre seien im Kugelhagel gestorben.

Indonesiens Topterrorist ist noch am Leben

Der meistgesuchte Terrorist Indonesiens und mutmaßliche Massenmörder Noordin Mohammed Top ist nicht tot. Gentests hätten entsprechende Berichte aus der vergangenen Woche widerlegt, teilte die indonesische Anti-Terror-Polizei mit. Bei dem Feuergefecht mit indonesischen Sicherheitskräften in Zentral-Java sei nicht Noordin, sondern ein Mann namens Ibrahim ums Leben gekommen. Dieser habe eine Schlüsselrolle bei den Bombenanschlägen auf zwei Luxushotels in der Hauptstadt Jakarta gespielt. Am Tod Noordin Mohammed Tops gab es schnell Zweifel, denn die Leiche wies keine Ähnlichkeiten mit seiner Person auf.

© dpa
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