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Politik kompakt:Syrische Opposition bildet Nationalrat

"Wir werden weitermachen, bis das Regime gestürzt ist": Die syrische Opposition ruft zu neuerlichen Protesten gegen das Regime von Präsident Assad auf und gründet einen "Syrischen Nationalrat" im Exil. Die Truppen des Machthabers gehen gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Ein halbes Jahr nach Beginn des Aufstandes in Syrien macht die Opposition erste politische Fortschritte. Am Donnerstagabend bildeten mehrere Oppositionsgruppen in Istanbul einen "Syrischen Nationalrat", dem insgesamt 140 Mitglieder aus Syrien und aus dem Exil angehören sollen. Ziel des Rates soll es sein, "den friedlichen Charakter der syrischen Revolution und die nationale Einheit zu bewahren sowie das Regime zu stürzen".

Syria new party

Auf einer Pressekonferenz verkünden Oppositionelle  die Bildung eines "Syrischen Nationalrats".

(Foto: dpa)

Assads Truppen begegnen den Protesten weiter gewaltsam: Syrische Sicherheitskräfte haben am Freitag 15 Menschen getötet. Das teilte die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights mit.

Bei Razzien in der zentralen Provinz Hama seien fünf Menschen ums Leben gekommen, acht weitere Menschen seien in der nordwestlichen Region Dschabal al Sawija getötet worden. Zudem hätten Sicherheitskräfte nach dem Freitagsgebet in der Stadt Homs das Feuer auf Demonstranten eröffnet. Dabei seien zwei Menschen gestorben.

Die syrische Opposition hatte für Freitag unter dem Motto "Wir werden weitermachen, bis das Regime gestürzt ist" zu Protesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufgerufen.

Unterdessen hat die US-Regierung ihre Bürger aufgefordert, Syrien schnellstmöglich zu verlassen. In einer Reisewarnung hieß es, die Versuche der syrischen Führung, den Aufstand als Ergebnis ausländischer Einflussnahme darzustellen, habe zu einer wachsenden Ausländerfeindlichkeit geführt. US-Bürgern könne es daher leicht passieren, dass sie festgenommen und als Spione bezichtigt würden.

(dpa/dapd)

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