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Politik kompakt:USA erwägen Abkehr von Zwei-Kriege-Strategie

Aus Etat-Gründen überprüft das Pentagon Medienberichten zufolge seine Prioritäten: Als Folge könnten die USA weltweit Zehntausende Soldaten abziehen. Dadurch wäre das Land nicht mehr in der Lage, zwei Kriege gleichzeitig zu führen.

Die USA geben Medienberichten zufolge aus Geldnot möglicherweise die Fähigkeit auf, wie im Irak und Afghanistan zwei Kriege zugleich zu führen. Eine entsprechende Empfehlung gebe ein Bericht des US-Verteidigungsministeriums ab, der an diesem Donnerstag vorgestellt werden soll, wie der US-Sender CNN berichtete. Die USA sollen demnach aber weiterhin in der Lage sein, abseits eines Kriegsschauplatzes einen "zweiten Widersacher abzuschrecken", meldete der Sender unter Berufung auf einen Beamten des Pentagon.

US-Marinesoldaten im Irak auf einem Archivbild aus dem Jahr 2005. Künftig werden die USA sich Einsätze auf mehreren Kriegsschauplätzen gleichzeitig womöglich nicht mehr leisten können.

(Foto: AFP)

Präsident Barack Obama und Pentagon-Chef Leon Panetta wollen dem Weißen Haus zufolge am Donnerstag das Ergebnis der Überprüfung der US-Verteidigungsstrategie vorstellen. Die Resultate seien "Richtschnur für unsere Etatprioritäten und -entscheidungen".

Folge der Überprüfung könnten möglicherweise größere Veränderungen in der US-Strategie sein, darunter der Abzug von 4000 US-Soldaten aus Europa und eine noch stärkere Verringerung von Bodentruppen. Der Haushalt für 2012 sehe bereits jetzt den Abbau von 27.000 Soldaten und 20.000 Marineinfanteristen über die nächsten vier Jahre vor. Diese Zahlen könnte sich nun noch einmal erhöhen.

Der New York Times zufolge gibt es parteiübergreifend Übereinstimmung, den Militäretat über die nächsten zehn Jahre um 450 Milliarden Dollar (346 Milliarden Euro) zu stutzen. Das seien rund acht Prozent des Pentagon-Etats. Allerdings könnten noch einmal 500 Milliarden an Kürzungen dazukommen, wenn der Kongress an entsprechenden Plänen zur Verringerung des Defizits festhält. Panetta hatte vor diesen zusätzlichen Streichungen deutlich gewarnt.

(dpa)

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