Politik kompakt Union ist "klipp und klar" gegen Abschaffung der Praxisgebühr

"Nicht verantwortbar": Der Widerstand in der Union gegen die Abschaffung der Praxisgebühr wird stärker. Ärzte kritisieren die Zehn-Euro-Abgabe dagegen als "reines Abkassiermodell".

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Die Union hat ihren Widerstand gegen FDP-Überlegungen zur Abschaffung der Paxisgebühr bekräftigt. "Ich bin klipp und klar dagegen", sagte Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) den Ruhr Nachrichten. "Dem Gesundheitswesen würden dauerhaft zwei Milliarden Euro im Jahr fehlen. Das ist nicht verantwortbar."

Für eine Abschaffung der Gebühr sprach sich hingegen der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, aus. "Die Praxisgebühr ist ein reines Abkassiermodell. Sie hat keinerlei steuernde Wirkung, verursacht aber enormen bürokratischen Aufwand", sagte er der Zeitung. "Die Abschaffung der Praxisgebühr wäre der vernünftigste Weg, die Versicherten schnell an den Milliardenüberschüssen der Kassen zu beteiligen."

FDP-Politiker hatten sich zuletzt für eine Abschaffung der Praxisgebühr ausgesprochen, die sich auf zehn Euro je Quartal beläuft. Dazu sollte nach ihren Vorstellungen ein Teil der 19,5 Milliarden Euro schweren Rekordreserve der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt werden. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) überprüft die Abgabe, durch die die Krankenkassen zuletzt etwa zwei Millionen Euro einnahmen.

(dpa)

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