bedeckt München 31°

Politik kompakt:Tibetischer Mönch zündet sich aus Protest an

Fanal gegen die Tibet-Politik Pekings: Ein buddhistischer Mönch hat sich in der chinesischen Provinz Sichan selbst verbrannt. Vor seiner Tat hatte er noch Flugblätter verteilt.

im Überblick

Aus Protest gegen Chinas Tibet-Politik hat sich ein buddhistischer Mönch im Südwesten des Landes per Selbstverbrennung das Leben genommen. Der Mönch habe sich am Montag vor einem Behördensitz in Daofu in einer tibetisch geprägten Gegend der Provinz Sichuan in Brand gesetzt, sagte eine Hotelrezeptionistin in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor habe er Flugblätter verteilt.

Die in London ansässige Organisation Free Tibet erklärte, der 29-jährige Mönch habe "Benzin getrunken, sich mit Benzin bespritzt und seine Kleidung in Brand gesetzt". Außerdem habe er Protestparolen gerufen wie "Wir sind das tibetische Volk, wir wollen Freiheit", "Lang lebe der Dalai Lama". Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte die tödliche Selbstverbrennung unter Berufung auf die Behörden der autonomen tibetischen Präfektur Gandze. Die örtlichen Behörden hätten eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Free Tibet zeigte sich besorgt darüber, "was in Daofu passieren könnte". Am Montag seien die Telefonverbindungen unterbrochen und Internetcafés geschlossen worden, um zu verhindern, dass die Nachricht über die Selbstverbrennung sich bis nach Tibet und in aller Welt ausbreite. "Wir haben Informationen erhalten, nach denen die Armee das Kloster des Mönchs umstellt hat", hieß es in der Erklärung.

Es handelte sich um die zweite Selbstverbrennung in der Region in diesem Jahr: Im März hatte sich ein junger Mönch in der nahe gelegenen Präfektur Aba angezündet, einige Stunden später erlag er seinen Verletzungen. Die Aktion löste schwere Unruhen aus, hunderte Menschen demonstrierten.

(AFP)

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite