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Politik kompakt:Soldaten als Versuchskaninchen

Übung für den Atomkrieg: Frankreich hat seine Soldaten bei früheren Atomtests radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Kurzmeldungen im Überblick

Atomtests: Menschen waren Versuchskaninchen

Testpuppen in algerischer Wüste, AFP

Um die Auswirkungen der Atomexplosion zu untersuchen, stellten die Franzosen vor 50 Jahren in der algerischen Wüste Puppen auf.

(Foto: Foto: AFP)

Frankreich hat bei seinen Atomtests in den 50er und 60er Jahren Soldaten radioaktiver Strahlung ausgesetzt, um die Reaktion von Truppen in einem Atomkrieg zu untersuchen. Das geht aus einem geheimen Bericht hervor, aus dem die Zeitung Le Parisien zitiert. Viele der Soldaten erkrankten später an Krebs und litten an anderen Verstrahlungsfolgen. Fünfzig Jahre nach den ersten Atomtests in der algerischen Sahara will Frankreich in diesem Jahr erstmals Opfer entschädigen. Der Geheimbericht behandelt den "Gerboise verte" genannten letzten oberirdischen Atomtest in Algerien am 25. April 1961.

Darin heißt es, die Versuche sollten "die physiologischen und psychologischen Wirkungen der Atomwaffe auf den Menschen erkunden, um die nötigen Elemente für die physische Vorbereitung und moralische Ausbildung des modernen Kämpfers zu erhalten". Einige Soldaten wurden dafür nach der Explosion bis auf 275 Meter an das Explosionszentrum heran geführt. Verteidigungsminister Hervé Morin erklärte, er kenne den Bericht nicht. Die Soldaten hätten aber "nur sehr schwache" Strahlungsmengen abbekommen.

Warum Sri Lankas Ex-Armeechef gegen die Wiederwahl des Präsidenten vorgehen will und Bulgariens Migrationschef in Haft sitzt. Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Kurzmeldungen.