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Politik kompakt:Sechs Athener Polizisten angeschossen

Unbekannte greifen eine griechische Polizeiwache an, Hillary Clinton reist ins von Kämpfen erschütterte Pakistan und Indonesien streitet mit Australien um Flüchtlinge.

Motorradfahrer schießen auf Polizisten

Polizisten sichern Spuren nach den Schüssen, die Mottoradfahrer auf eine Wache in Athen abgaben. Sieben Menschen waren bei dem Anschlag verletzt worden.

(Foto: Foto: Reuters)

Bei einem Anschlag vor einer Polizeiwache sind in Athen sieben Menschen verletzt worden. Zwei Angreifer hätten von einem Motorrad aus auf Polizisten vor dem Gebäude in einem Vorort der griechischen Hauptstadt geschossen und sechs von ihnen sowie einen Passanten getroffen, sagte ein Polizeisprecher. Die beiden Angreifer hatten nach Behördenangaben automatische Waffen bei sich und waren auf einem Motorrad unterwegs. Sie hielten vor der Wache an und eröffneten das Feuer. Sie gaben etwa 50 Schüsse ab. Der Zustand eines der Polizisten sei ernst. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.

Die Regierung kündigte eine schnelle und entschlossene Reaktion an. Seit den schweren Unruhen im Dezember haben in Griechenland anarchistische und linksgerichtete Gruppen wiederholt Polizisten und politische Institutionen angegriffen. Die neue sozialistische Regierung hat angekündigt, verstärkt gegen linksgerichtete Gruppierungen vorzugehen, die für zahlreiche Sprengstoffanschläge in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht werden

Im Video: Zwei Unbekannte auf einem Motorrad eröffneten in einem Vorort der griechischen Hauptstadt das Feuer auf Polizisten. Sieben Menschen wurden verletzt. Weitere Videos finden Sie hier

US-Außenministerin Clinton in Pakistan eingetroffen

US-Außenministerin Hillary Clinton ist zu einem wichtigen Besuch in Pakistan eingetroffen. In den kommenden drei Tagen soll Clinton in Islamabad und Lahore mit politischen und militärischen Verantwortlichen zusammentreffen. Vor ihrer Landung sagte Clinton, ihr Besuch werde "ein neues Kapitel" in den US-pakistanischen Beziehungen eröffnen. Washington müsse die Regierung in Islamabad unterstützen, die zivilen Institutionen stärken und sein langfristiges Engagement in dem Land hervorheben, sagte Clinton, die zum ersten Mal als Außenministerin Pakistan besucht. Die USA haben bereits ein Hilfspaket in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar für den zivilen Aufbau in Pakistan beschlossen.

Pakistan gehört zu den wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. US-Präsident Barack Obama hatte nach seinem Amtsantritt den Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet zur obersten Priorität seiner Politik erklärt. Die Lage in Pakistan ist sehr angespannt: Die Regierung in Islamabad hat in einer Großoffensive gegen die islamistischen Aufständischen 30.000 Soldaten in der Taliban-Hochburg Süd-Waziristan entsandt.

Streit um Flüchtlinge zwischen Indonesien und Australien

Indonesische Behörden haben 78 Flüchtlingen aus Sri Lanka die Genehmigung verweigert, von einem australischen Schiff an Land gehen zu dürfen. Das Schiff hatte die Tamilen vor mehr als einer Woche aus Seenot gerettet. Die Flüchtlinge, darunter Frauen und Kinder, trieben mit ihrem Holzboot mit defektem Motor in internationalen Gewässern vor Indonesien. Das Schiff des australischen Zolls brachte die Menschen zur Insel Bintan, wo in einem Flüchtlingslager nach UN-Regeln über ihr weiteres Schicksal entschieden werden sollte.

Die Behörden der Insel ließen die Tamilen aber nicht an Land gehen. Nach Angaben des australischen Außenministers Stephen Smith versicherte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono der australischen Regierung aber, Indonesien werde die Asylbwerber aufnehmen. Er erwarte, dass der örtliche Gouverneur letztlich den Anweisungen des Präsidenten Folge leiste. Erschwert wird die Lage noch dadurch, dass die Srilanker das australische Schiff nicht verlassen und in Australien um Asyl bitten wollen. Smith erklärte, es sei nicht Sache der Flüchtlinge zu entscheiden, wo sie ihren Antrag stellten. Die Regierung in Canberra hat in der Vergangenheit wiederholt Flüchtlingsschiffen die Landung in Australien untersagt.

Rat der EKD bleibt zunächst unvollständig

Die Wahlen für den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. In rund 16 Stunden und zwölf Wahlgängen gelang es den Stimmberechtigten erstmals in der Geschichte der EKD nicht, alle 14 vorgesehenen Mitglieder zu wählen. Eine Stelle im Rat soll deswegen unbesetzt bleiben. Trotzdem soll sich der Rat am Mittwoch konstituieren und anschließend einen Vorschlag für den oder die neue Ratsvorsitzende machen.

Als Favoritin für den Posten des höchsten Vertreters der evangelischen Christen in Deutschland gilt die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann. Das fehlende Ratsmitglied soll bei der nächsten Tagung der Synode im kommenden Jahr gewählt werden, erklärte die Präses der Synode, Katrin Göring-Eckardt. Ob dieses Vorgehen kirchenrechtlich korrekt ist, wurde allerdings von einigen Teilnehmern angezweifelt.

Villepin wirft Sarkozy vor übermäßige Machtkonzentration vor

Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin attackiert Präsident Nicolas Sarkozy weiter. Bei einer Kundgebung vor knapp tausend Mitgliedern seines politischen Vereins, dem Club Villepin, kritisierte Villepin in Paris, dass Sarkozy die Macht im Staat gänzlich an sich reiße. Frankreich "kann nicht mehr mit einer Machtkonzentration, einer Personalisierung der Macht leben, die seiner Effizienz schaden", sagte er. Die französische Politik sei derzeit von "Polemiken" geprägt. Villepin stellte sich als Alternative zu Sarkozy dar. Er spielte auch auf die jüngsten Affären um die Söhne Sarkozys und des ehemaligen Staatschefs Francois Mitterand an.

USA verlängern Sanktionen gegen Sudan

US-Präsident Barack Obama hat die Sanktionen Washingtons gegen den Sudan verlängert. Die Politik der Regierung in Khartum bedrohe weiterhin die Sicherheit und die Außenpolitik der USA, erklärte Obama zur Begründung. Die Strafmaßnahmen schränken Handelsbeziehungen und Investitionen im Sudan ein. Vergangene Woche kündigte Washington eine neue Sudanpolitik mit einer Taktik aus Zuckerbrot und Peitsche an.

Das Hauptaugenmerk der Regierung liegt auf der Krisenprovinz Darfur. Der Konflikt in der westsudanesischen Region hat seit 2003 nach UN-Angaben mindestens 300.000 Menschen das Leben gekostet, bis zu 2,7 Millionen waren zeitweise auf der Flucht. Obama hat erklärt, die internationale Gemeinschaft müsse zielgerichtet auf ein Ende der Menschenrechtsverletzungen in Darfur dringen.