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Politik kompakt:Putin-Herausforderer verspricht Gnade für Chodorkowski

Kein Angst vor Putin: Multimilliardär Prochorow will den Premier bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr herausfordern - und als erste Amtshandlung Kreml-Kritiker Chodorkowski begnadigen. Allerdings wittern Skeptiker bereits eine Verschwörung der Regierung hinter der Kandidatur.

Wladimir Putins Herausforderer Michail Prochorow will im Falle eines Sieges bei der Präsidentenwahl den Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski begnadigen. Der Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos hatte sich offen gegen Putin gestellt und war 2003 verhaftet worden. Die Prozesse gegen Chodorkowski unter anderem wegen Geldwäsche gelten als politisch gesteuert.

Michail Prochorow und Wladimir Putin

Putin im Rücken: Der Multimilliardär Michail Prochorow will den Ministerpräsidenten bei den Präsidentschaftswahlen herausfordern.

(Foto: action press)

Der Multimilliardär Prochorow kündigte am Donnerstag bei der Vorstellung seines Wahlprogramms außerdem an, er werde die mit der Wahl im März in Kraft tretende Amtszeitverlängerung des Präsidenten von vier auf sechs Jahre rückgängig machen. Zudem will er die freie Registrierung von Oppositionsparteien erlauben und die Direktwahl der Provinzgouverneure wieder einführen. Prochorow würde damit von Putin in seiner Zeit als Präsident von 2000 bis 2008 eingeführte Maßnahmen aufheben.

Prochorow, dessen Vermögen auf 18 Milliarden Dollar (13,9 Milliarden Euro) geschätzt wird, sagte, er habe keine Angst davor, Putin herauszufordern. "Putin ist ein ernster Rivale, aber ich habe keine Angst vor Wettbewerb", sagte er. Prochorow selbst gilt als widersprüchliche Figur. Politologen billigen dem Unternehmer, der als einer der reichsten Russen gilt, bei der Wahl bestenfalls sieben Prozent zu. Skeptiker wittern einen Plan des Kreml hinter der Kandidatur und vermuten, Prochorow solle möglicherweise Protestwähler abzufangen.

(dapd/dpa)

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