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Politik kompakt:Prozessauftakt gegen Bischof Williamson

Das Regensburger Amtsgericht muss klären, ob der Strafbefehl gegen den Holocaust-Leugner angemessen ist. Kurzmeldungen im Überblick.

Das Regensburger Amtsgericht befasst sich an diesem Freitag mit dem Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson. Wegen Volksverhetzung hat die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über 12.000 Euro gegen den 70 Jahre alten Geistlichen, der der umstrittenen Piusbruderschaft angehört, beantragt. Da Williamsons Anwalt Matthias Loßmann dagegen Beschwerde eingelegt hat, werden die Vorwürfe nun in einem öffentlichen Verfahren verhandelt. Laut dem Verteidiger wird Williamson aber nicht selbst zu dem Prozess kommen.

Williamson hatte im November 2008 am Rande einer Diakonweihe im Priesterseminar der Piusbruderschaft im oberpfälzischen Zaitzkofen einem schwedischen Fernsehteam ein Interview gegeben und dabei die Existenz von Gaskammern in den Konzentrationslagern angezweifelt. Der Bischof behauptete, die historische Evidenz spreche gegen die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit. Es seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 von den Nazis ermordet worden.

Die zuständige Amtsrichterin muss nun klären, ob der Strafbefehl, der 120 Tagessätze zu je 100 Euro umfasst, angemessen ist. Der Papst hatte im Januar 2009 Williamson und drei weitere exkommunizierte Bischöfe der Bruderschaft Pius X. wieder in die katholische Kirche aufgenommen. Da gerade zu dieser Zeit auch der Inhalt des Interviews mit Williamson bekannt wurde, war die Entscheidung des Vatikans weltweit heftig kritisiert worden.

Wer zehn Jahre Haft wegen eines Mordkomplotts gegen Obama erhält, was das Ehepaar Obama im vergangenen Jahr verdiente und warum eine UN-Untersuchung schwere Vorwürfe gegen die ehemalige Regierung Musharraf erhebt: Auf den nächsten Seiten lesen Sie weitere Kurzmeldungen im Überblick.