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Politik kompakt:Polizeigewerkschafts-Chef: Pranger statt Fußfessel

In der Diskussion um die Sicherungsverwahrung fordert der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, den Wohnort freigelassener Schwerverbrecher zu veröffentlichen.

In der Diskussion um die Neuregelung der Sicherungsverwahrung fordert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, gefordert, den Aufenthaltsort freigelassener Schwerkrimineller künftig öffentlich zu machen. "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu erfahren, wo sich entlassene Schwerkriminelle befinden. Ich will wissen, wenn ein Vergewaltiger in der Nachbarschaft meiner Enkelin wohnt", sagte Wendt der Bild am Sonntag.

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Bürger demonstrieren im Januar im nordrhein-westfälischen Randerath bei Heinsberg gegen den Aufenthalt von Ex-Häftling Karl D. in ihrem Dorf. Geht es nach Polizeigewerkschafts-Chef Rainer Wendt, sollen die Adressen entlassener Schwerverbrecher veröffentlicht werden.

(Foto: ddp)

Den Vorschlag von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), als gefährlich eingestufte entlassene Straftäter künftig mit Hilfe von elektronischen Fußfesseln zu überwachen, lehnte Wendt ab. "Eine Fußfessel ist höchstens etwas für Kleinkriminelle, aber bei Schwerverbrechern völlig sinnlos. Denn man weiß zwar, wo der Verbrecher ist, aber nicht, was er macht", sagte er der Zeitung.

Leutheusser-Schnarrenberger selbst hat unterdessen die von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vorgeschlagene "Sicherheitsunterbringung" scharf kritisiert. "Dieser Vorschlag bringt uns keinen Schritt weiter, weil wir gerade die Fälle, die uns jetzt Probleme bereiten, damit nicht erfassen können", sagte die FDP-Ministerin am Wochenende der Bild-Zeitung.

Die DPolG ist eine der kleineren Polizeigewerkschaften, die in Konkurrenz zur Gewerkschaft der Polizei (GdP) stehen. Die DpolG hat nur halb so viele Mitglieder wie die GdP.

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(apn/AFP)