bedeckt München 21°

Politik kompakt:Nigerias Präsident will Benzinpreise senken

Seit Tagen lähmen Proteste und Streiks Nigeria, nun will Präsident Jonathan reagieren: Er hat angekündigt, die Benzinpreise, die sich zuvor verdoppelt hatten, wieder um ein Drittel zu senken. Die Streikenden lehnen das Angebot ab.

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan will im Streit um die drastische Erhöhung der Benzinpreise in seinem Land einlenken: In einer Fernsehansprache kündigte er an, die Treibstoffpreise um etwa 30 Prozent zu senken. Trotzdem werde die Regierung weiterhin eine Liberalisierung des Ölsektors vorantreiben, sagte er.

Tanklaster in Lagos: Nigeria ist das größte Ölförderland Afrikas. Präsident Jonathan geht im Streit um die Benzinpreise nun auf die Gewerkschaften zu.

(Foto: AP)

Die nigerianische Regierung hatte zum Jahreswechsel Subventionen aufgehoben, weshalb der Spritpreis von 65 Naira pro Liter auf teils mehr als 140 Naira (0,70 Euro) gestiegen war. Mit der Entscheidung hofft Jonathan, die Gewerkschaften dazu zu bewegen, einen landesweiten Streik zu beenden. Der Ausstand hat Nigeria seit einer Woche weitgehend lahm gelegt und bereits zu großen wirtschaftlichen Einbußen geführt. Die größten Gewerkschaften hatten den Streik am Wochenende unterbrochen, um weitere Verhandlungen mit der Regierung zu ermöglichen.

Der Gewerkschaftsverband "Nigerian Labour Congress" lehnte Jonathans Angebot in einer ersten Reaktion ab und forderte die Nigerianer auf, weiter zu streiken. Jedoch sollten aus Angst vor Ausschreitungen keine öffentlichen Protestaktionen mehr stattfinden. Die Streikenden wurden dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Neben Mitarbeitern der Ölindustrie hatten auch Angestellte zahlreicher anderer Branchen die Arbeit niedergelegt.

Günstige Benzinpreise waren bisher einer der wenigen Vorteile, die die überwiegend bettelarme Bevölkerung des achtgrößten Ölproduzenten der Welt genoss. Die Erhöhung der Treibstoffpreise hatte viele in Verzweiflung gestürzt.

(dpa/AFP)

Syrische Deserteure planen offenbar die Bildung eines Militärrrates, im Umfeld des mutmaßlichen rechtsterroristischen Zwickauer Trios soll es fünf V-Leute gegeben haben und es gibt Hinweise auf den Tod des Führers der pakistanischen Taliban. Lesen Sie hier weitere Meldungen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite