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Politik kompakt:Nick Clegg als Königsmacher

Für die Briten sind Koalitionsverhandlungen eine Premiere. Nun feilscht der Liberaldemokrat Nick Clegg mit Tories und Labour um die Macht. Kurzmeldungen im Überblick

Britische Liberale pokern um die Macht

Nick Clegg bei einer Wahlparty am vergangenen Freitag. Der Vorsitzende der britischen Liberaldemokraten geriert sich nun als Königsmacher sowohl für die Konservativen als auch für Labour.

(Foto: Foto: Reuters)

Im Verhandlungspoker um Großbritanniens künftige Regierung halten sich die Liberaldemokraten als mögliche Königsmacher alle Optionen offen. Trotz "guter Gespräche" mit den Konservativen habe sich Parteichef Nick Clegg am Sonntag auch mit Premierminister Gordon Brown von der Labour-Partei getroffen, teilte ein Mitarbeiter Cleggs mit. Das Gespräch sei freundschaftlich verlaufen.

Clegg und Tory-Chef David Cameron hatten sich am Sonntag bereits zum zweiten Mal unter vier Augen getroffen, am Montag telefonierten sie erneut. Die Konservativen sind bei der Unterhauswahl am Donnerstag stärkste Kraft geworden, haben aber die absolute Mehrheit verpasst. Die Beratungen der Tories und der drittplazierten Liberaldemokraten finden unter hohem Erwartungsdruck der Finanzmärkte statt, die auf klare Signale für den Abbau des hohen Defizits hoffen. Die Labour-Partei erhöhte unterdessen den Druck auf Tories und Liberaldemokraten, entweder eine Einigung zu verkünden oder das Scheitern ihrer Gespräche einzugestehen. Finanzminister Alistair Darling rief die beiden Parteien auf, noch am Montag ein Abkommen zu präsentieren, um Turbulenzen auf den Finanzmärkten zu verhindern.

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