bedeckt München 18°
vgwortpixel

Politik kompakt:Massen huldigen Putin in Moskau

Mehr als 100.000 Anhänger Wladimir Putins sind im Moskauer Olympiastadion zusammengekommen, um Russlands starken Mann zu feiern. Viele Teilnehmer sollen jedoch zur Teilnahme gezwungen worden sein - mit perfiden Drohungen.

Zehntausende Menschen haben bei einer Großkundgebung unter dem Motto "Schützen wir Russland" in Moskau vor der Präsidentenwahl für Kremlkandidat Wladimir Putin demonstriert. Zur Unterstützung des Regierungschefs versammelten sich am Donnerstag bei Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt viele Funktionäre und Beschäftigte von Staatsbetrieben im Luschniki-Stadion.

People take part in a rally to support presidential candidate and Russia's current Prime Minister Putin at the Luzhniki stadium on the Defender of the Fatherland Day in Moscow

Wladimir Putin will sich in Russland zum dritten Mal zum Präsidenten wählen lassen.

(Foto: REUTERS)

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Demonstranten, die auf Plakaten Putin ihre Stimme zusicherten. Der 59-Jährige will sich am 4. März zum dritten Mal zum Präsidenten wählen lassen. Er hatte das höchste Staatsamt bereits von 2000 bis 2008 inne und darf nun nach einer Pause als Regierungschef erneut antreten. Nach Polizeiangaben kamen zu dem Volksfest im Luschniki-Stadion mehr als 130.000 Menschen, etwa 30.000 Demonstranten hatten sich demnach zuvor an einem Demonstrationszug beteiligt. Die Arena fasst dem Radiosender Echo Moskwy zufolge mehr als 80.000 Menschen.

Das regierungskritische Internetportal kasparov.ru berichtete, dass Tausende Demonstranten unter Drohungen von Gehaltskürzungen zur Teilnahme an der Pro-Putin-Aktion genötigt worden seien. Viele seien mit Bussen und Zügen nach Moskau gebracht worden.

Bei vier anderen Demonstrationen in Moskau kamen insgesamt einige tausend Menschen zusammen, um andere Kandidaten der Wahl zu unterstützen. Die Opposition, die zur Wahl nicht zugelassen ist, verzichtete an dem arbeitsfreien Feiertag zu Ehren des "Beschützers des Vaterlandes" auf eine Kundgebung.

(dpa)

In Niedersachsen wird es vorerst keinen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu Christian Wulff geben, die SPD will Doris Schröder-Köpf möglicherweise doch für die niedersächsische Landtagswahl 2013 aufstellen und die ehemalige Präsidentin der Philippinen steht wegen Wahlbetrugs vor Gericht. Lesen Sie hier weitere Kurzmeldungen.

Zur SZ-Startseite