Politik kompakt Lebenslange Haftstrafen für Srebrenica-Völkermord

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat zwei ehemalige bosnisch-serbische Offiziere wegen des Massakers von Srebrenica verurteilt -zu lebenslanger Haft.

Rund 15 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica sind zwei der mutmaßlichen Haupttäter am Donnerstag zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Der UN-Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag befand die beiden Kommandeure von Einheiten der bosnisch-serbischen Armee für schuldig, maßgeblich an Massakern an mehr als 7000 muslimisch-bosnischen Männern und Jugendlichen beteiligt gewesen zu sein.

Die beiden Kommandeure der bosnisch-serbischen Armee, Ljubisa Beara und Vujadin Popovic, sind vom UN-Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden.

(Foto: afp)

Laut Anklage hatten Ljubisa Beara (70) und Vujadin Popovic (53) im Juli 1995 die Exekutionen durch die dafür ausgewählten Truppen koordiniert. Gegen andere der insgesamt sieben Angeklagten im bislang umfangreichsten Srebrenica-Prozess vor dem UN-Tribunal wurden mehrjährige Haftstrafen verhängt. Die Verurteilten sollen teils in direkter Komplizenschaft mit dem damaligen militärische Befehlshaber, Ratko Mladic, gehandelt haben. Mladic ist immer noch flüchtig. Er wurde in Abwesenheit wegen Völkermordes angeklagt. Der Völkermord- Prozess gegen den damaligen Anführer der bosnischen Serben, Serbenrepublik Radovan Karadzic, läuft seit Oktober vergangenen Jahres.

(dpa)