bedeckt München 13°

Politik kompakt:Kritischer Journalist in Dagestan erschossen

Tödliche Schüsse auf einen Regimekritiker: Unbekannte haben im Nordkaukasus einen bekannten Journalisten getötet. Das "Komitee zum Schutz von Journalisten" sprach von einem schweren Verlust für die unabhängige Berichterstattung.

Ein vermummter Angreifer hat in der russischen Kaukasus-Republik Dagestan den Gründer einer führenden unabhängigen Wochenzeitung erschossen: Chadschimurad Kamalow wurde vor der Redaktion seiner Zeitung Tschnernowik in der Provinzhauptstadt Machatschkala getötet, wie ein Sprecher des russischen Innenministeriums in Dagestan mitteilte. Der Journalist sei wenig später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Khadzhimurad Kamalov

Der durch das Aufdecken von Korruptionsfällen bekanntgewordene russische Reporter Chadschimurad Kamalow (hier ein Bild von 2008) ist vor seiner Redaktion erschossen worden.

(Foto: AP)

Kamalows Zeitung war dafür bekannt, sich kritisch über die Behörden in Dagestan zu äußern. So berichtete sie ausführlich über Verstöße der Polizei im Kampf gegen einen islamistischen Aufstand in der Region.

Wie der britische Guardian berichtet, sprach das in New York ansässige "Komitee zum Schutz von Journalisten" (Committee to Protect Journalists) von einem schweren Verlust für den unabhängigen Journalismus im Nordkaukasus. Es teilte mit, dass Tschernowik-Journalisten "routinemäßig für ihre Arbeit verfolgt werden". Der Nordkaukasus sei der gefährlichste Ort in Russland für Journalisten. Reporter, die sich mit Korruption befassten, würden große Risiken eingehen.

(dapd)

Südkorea beschließt härtere Sanktionen gegen Iran und die rechtsextreme französische Politikerin Le Pen käme einer Umfrage zufolge bei den nächsten Präsidentschaftswahlen auf jede fünfte Stimme. Lesen Sie hier weitere Meldungen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite