Politik kompakt Zehntausende gegen Stuttgart 21 auf der Straße

"Widerstand plus": Zehntausende Menschen haben auf der letzten Großdemo in diesem Jahr gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestiert.

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Zehntausende Menschen haben am Samstag auf der letzten Großdemo in diesem Jahr gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestiert. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 50.000 Demonstranten zu einer Kundgebung unter dem Motto "Stuttgart ist überall - Nein zu Stuttgart 21" vor den Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 16.000. Aus Berlin und dem Ruhrgebiet gab es Sonderbusse, auch aus anderen Städten wie Frankfurt waren Demonstranten angereist. Redner wie der Architekt Peter Conradi und die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Sabine Leidig, riefen die Teilnehmer auf, auch 2011 weiter zu demonstrieren. Man wolle nicht "Stuttgart 21 plus", sondern "Widerstand plus". Die bisherigen Proteste hätten Wirkung gezeigt und nur durch sie seien die Schlichtungsgespräche unter Heiner Geißler zustande gekommen.

Noch im August habe es kaum einer für möglich gehalten, dass es - zumindest vorübergehend - einen Baustopp sowie später dann die Schlichtungsgespräche geben würde, sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Auch Conradi zog ein positives Fazit der Proteste: "Die Stadt hat sich verändert, sie ist lebhafter, offener und politischer geworden." Palmer sprach den Zuhörern angesichts der jüngsten positiven Umfragewerte für Stuttgart 21 Mut zu.Die Vorschläge Geißlers seien technisch womöglich gar nicht machbar und unbezahlbar. "Wir müssen keine Angst haben. Das Projekt erledigt sich von selbst. Es ist halt ein Tod auf Raten", sagte er. Nach der mehr als einstündigen Kundgebung, an der als Zuhörer auch Fraktionschef Gregor Gysi und seine Stellvertreterin Gesine Lötzsch von der Bundestagsfraktion der Linken teilgenommen hatten, zogen die Demonstranten durch die Innenstadt. Die Route führte entlang am weiträumig abgesperrten und von zahlreichen Polizisten bewachten Landtag und an der Zentrale des CDU-Kreisverbandes. Es gab nach Polizeiangaben keine Zwischenfälle.

(dpa)

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