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Politik kompakt:Tausende Japaner protestieren gegen Atomkraft

Rund sechs Monate nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima haben am Montag etwa 60 000 Menschen in der Hauptstadt Tokio gegen Atomenergie protestiert. Bei einer der bisher größten Anti-Atom-Demonstrationen des Landes forderten die Teilnehmer einen Ausstieg aus der Kernenergie.

Atomkraft? Nein danke! - Etwa 60 000 Menschen haben am Montag in Tokio gegen Atomkraft protestiert.

(Foto: AP)

"Wir müssen alle Atomkraftwerke stoppen, um unser Überleben zu sichern. Diese Forderung ist ein Ärgernis für diejenigen, die ihre Profite sichern wollen. Aber wir sind anders", sagte Taro Yamamoto, einer der Redner. Anlass der Protestaktion war der Reaktorunfall in Fukushima als Folge des Erdbebens und Jahrhunderttsunamis vom 11. März.

Andere Redner übten Kritik am neuen Regierungschef Yoshihiko Noda. Dieser will bei der anstehenden UN-Konferenz zur Atomsicherheit offenbar das Wiederanfahren von AKWs ankündigen und deren Sicherheit betonen. Laut eines Redeentwurfs, den die japanische Nachrichtenagentur Kyodo zitiert, wird Noda bei der UN-Konferenz am Donnerstag versichern, dass Japan die Sicherheit der AKWs auf die "höchste Stufe" anheben werde.

Ruiko Muto, Führungsmitglied einer Anti-Atom-Gruppierung in Fukushima, warf den Verantwortlichen in der Regierung und beim Atombetreiber Tepco vor, dem Volk Fakten verheimlicht zu haben. "Die Regierung beschützt ihre Bürger nicht", sagte Muto. Der Aktivist erhob den Vorwurf: "Die Menschen in Fukushima werden zum Gegenstand für Atomexperimente."

Angesichts der noch immer nicht unter Kontrolle gebrachten Reaktoren in Fukushima und der ständigen Sorge vor Erdbeben wächst in der japanischen Bevölkerung Angst um die Sicherheit aller 54 Meiler im Land. Die meisten sind zu Sicherheitsüberprüfungen heruntergefahren. Umfragen japanischer Medien zufolge befürworten inzwischen rund 70 Prozent der Bürger des Landes einen Ausstieg aus der Kernenergie.

(dpa)