Politik kompakt Kaczynski setzte umstrittene Merkel-Passage durch

Mit seinen Stasi-Vorwürfen gegen Bundeskanzlerin Merkel hat Oppositionsführer Kaczynski in der heißen Phase des polnischen Wahlkampfs für Wirbel gesorgt - und deswegen wohl auch Stimmen verloren. Jetzt kommt heraus, dass er Warnungen von Beratern in den Wind geschlagen hat.

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Enge Berater des polnischen Oppositionsführers Jaroslaw Kaczynski wollten dessen umstrittene Aussagen über Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Druck aus seinem Buch "Das Polen unserer Träume" streichen. Rezensenten aus der eigenen Partei hätten Kaczynski gewarnt, dass der politische Gegner die Textpassage herausgreifen werde, um die eigenen proeuropäischen Wähler zu mobilisieren, berichtete die Zeitung Rzeczpospolita. Kaczynski entschied sich jedoch dagegen.

Jaroslaw Kaczynski sorgte mit seinen Stasi-Vorwürfen gegen Bundeskanzlerin Merkel für Ärger.

(Foto: REUTERS)

Der nationalkonservative Ex-Premier hatte geschrieben, er glaube nicht, dass "die Übergabe der Kanzlerschaft an Angela Merkel ein Ergebnis zufälliger Umstände war". Polnische und deutsche Medien hatten dies als Anspielung interpretiert, Merkel sei mithilfe der Stasi in ihr Amt gelangt.

In der Schlussphase des polnischen Wahlkampfes hatte die Affäre für viel Wirbel gesorgt. Nach Einschätzung von Wahlforschern kostete die Aufregung um das Buch die Kaczynski-Partei Recht und Gerechtigkeit mehrere Prozentpunkte. Die Wahl gewann die regierende Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk.

(dapd)

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