Politik kompakt Regierungskrise in Bosnien beendet

Das bosnische Parlament hat den Kroaten Vjekoslav Bevanda zum neuen Ministerpräsidenten gewählt und damit die Regierungskrise beendet. Der Wirtschaftswissenschaftler bezeichnete den EU-Beitritt als "einzigen Weg für die Zukunft".

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Die monatelange Regierungskrise in Bosnien ist beendet. Am Donnerstag wählte das Parlament in Sarajevo den kroatischen Wirtschaftswissenschaftler Vjekoslav Bevanda zum neuen Ministerpräsidenten. Von den anwesenden 36 Abgeordneten stimmten 31 für Bevanda und zwei dagegen, drei enthielten sich.

Bosniens neu gewählter Ministerpräsident Vjekoslav Bevanda (l.) nimmt die Glückwünsche der Parlamentarier entgegen.

(Foto: REUTERS)

In einer Rede vor seiner Amtseinführung forderte Bevanda die Politiker der muslimischen, kroatischen und serbischen Parteien des Landes auf, ihre Kräfte im Kampf gegen die Wirtschaftsprobleme zu bündeln. Er fügte hinzu, dass der Beitritt Bosnien-Herzegowinas zur Europäischen Union der "einzige Weg für die Zukunft" des Balkanlands sei.

Der 55-jährige Bevanda von der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ) hat nun einen Monat Zeit für die Regierungsbildung. Die neun Ministerien sollen unter den sechs großen Parteien der drei Volksgruppen aufgeteilt werden. Darauf hatten sich die Parteien im Dezember geeinigt.

Bosnien war seit der Parlamentswahl im Oktober 2010 ohne Regierung. Seit dem blutigen Konflikt zwischen 1992 und 1995, bei dem rund 100.000 Menschen getötet wurden, ist das Land in zwei Verwaltungseinheiten aufgeteilt, eine serbische und eine kroatisch-muslimische.

Die politische Krise hatte zu einem Stillstand der Gespräche mit der EU geführt. Ursprünglich wollte Bosnien im vergangenen Dezember eine Bewerbung für einen EU-Beitritt einreichen. Es wird erwartet, dass dies nun nach Bildung der neuen Regierung geschieht.

(AFP)

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