Politik kompakt:Wahlsieg für Präsident Nasarbajew in Kasachstan

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Kasachstans autoritärer Staatschef Nursultan Nasarbajew ist bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in dem zentralasiatischen Land wie erwartet mit haushohem Vorsprung im Amt bestätigt worden. Der seit mehr als 20 Jahren regierende Amtsinhaber erhielt nach Wählerbefragungen etwa 95 Prozent der Stimmen, wie Medien aus der Ex-Sowjetrepublik berichteten.

Damit steht der 70-Jährige vor einer neuen Amtszeit bis mindestens 2016. Außer Nasarbajew waren nur drei weitere Bewerber angetreten, die aber alle dem Regime nahe stehen. Die zerstrittene Opposition boykottierte die Wahl. Weil die Abstimmung sehr kurzfristig angesetzt worden sei, habe die Zeit für Vorbereitungen nicht gereicht.

Eigentlich hatte Nasarbajew sich mit einer Volksabstimmung bis 2020 ohne Wiederwahl zum Staatsoberhaupt bestimmen lassen wollen. Erst nach Kritik aus dem Westen setzte er stattdessen Neuwahlen an.

Die Wahlbeteiligung betrug nach offiziellen Angaben 89,9 Prozent und war damit höher als bei der Abstimmung 2005, als etwa 75 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Damals hatten etwa 91 Prozent für Nasarbajew gestimmt. Kritiker werfen Nasarbajew Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung Andersdenkender sowie Vetternwirtschaft vor.

(dpa)

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