Politik kompakt Votum mit Signalwirkung: Nigeria wählt neuen Präsidenten

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Samstag in Nigeria die Präsidentenwahl begonnen. Schon am Morgen bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen in Afrikas bevölkerungsreichstem Land. Als Favorit geht Amtsinhaber Goodluck Jonathan aus dem ölreichen Niger-Delta im Süden ins Rennen. Sein aussichtsreichster Gegenkandidat, der ehemalige Militärherrscher Muhammadu Buhari, kommt aus dem Norden und gilt als strenggläubiger Moslem.

Das Votum wird als wichtiger Test dafür gesehen, ob das Land sich als demokratisches Vorbild in Afrika etablieren kann. Dafür müsste es einen Schlussstrich unter eine Serie von Wahlen ziehen, die von Betrugsvorwürfen belastet waren. Hoffnungen auf ein erfolgreiches Votum machte die vergleichsweise reibungslos verlaufene Parlamentswahl in der vergangenen Woche.

Dabei war es nur vereinzelt zu Gewalttaten gekommen - wie auch zum Auftakt der Präsidentenwahl: So detonierte unmittelbar nach Öffnung der Wahllokale ein Sprengsatz vor einer Polizeiwache in der nordöstlichen Stadt Maiduguri. Es war die zweite Explosion dort binnen 24 Stunden. Zur Wahl wurden die Sicherheitsvorkehrungen in ganz Nigeria stark erhöht: Die Behörden schlossen die Landesgrenzen und verhängten eine nächtliche Ausgangssperre.

Ein erster Anlauf zur Abstimmung über Parlament und Präsident war Anfang April gescheitert, weil die Wahlunterlagen nicht rechtzeitig in alle Teile des 150-Millionen-Einwohner-Landes geliefert werden konnten.

(Reuters)