Politik kompakt Aborigines bedrohen Australiens Regierungschefin

Die australische Regierungschefin Julia Gillard bekommt den Unmut der Ureinwohner zu spüren. Sie wird als Rassistin bezeichnet und muss wegen wütender Proteste, Drohungen und Schläge gegen die Fensterscheiben eines Restaurants in Sicherheit gebracht werden.

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Die australische Regierungschefin Julia Gillard ist vor wütenden Aborigines in Sicherheit gebracht worden. Gillard und der Oppositionsführer Tony Abbott befanden sich in einem Restaurant der Hauptstadt Canberra, als Demonstranten dieses umringten und stürmen wollten. Medienberichten zufolge schlugen die Ureinwohner gegen die Scheiben und riefen "Schande" und "Rassist".

Flucht vor wütenden Aborigines: Die australische Regierungschefin Julia Gillard wird von einem Bodyguard in Sicherheit gebracht.

(Foto: AP)

Gillard und Abbott wurden von Polizei und Personenschützern in einer dramatischen Aktion aus dem Restaurant eskortiert. Die sichtlich erschütterte Premierministerin stolperte dabei, fiel hin und verlor einen Schuh. Später spielte sie den Vorfall jedoch herunter und sagte, sie sei aus "ziemlich hartem Zeug" gemacht. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.

Auslöser für die Proteste war Abbots Forderung, ein Protestzelt der Ureinwohner in Canberra abreißen zu lassen. Die "Aboriginal Tent Embassy" nahe des Parlamentsgebäudes ist seit 40 Jahren ein Symbol für die Aktivisten, die gegen die Ungleichbehandlung der Aborigines in der Gesellschaft protestieren. Abbot habe mit seiner Forderung, ausgerechnet am Nationalfeiertag, Rassenunruhen heraufbeschworen, sagte Michael Anderson, der Gründer des sogenannten Botschaftszelts.

Am "Australia Day" feiert Australien die Ankunft der ersten weißen Siedler im Jahr 1788. Australiens Ureinwohner stellen etwa 500.000 der 23 Millionen Einwohner Australiens. Sie kämpfen gegen viele soziale Probleme. Viele Aborigines leben von Sozialhilfe, 60 Prozent haben keinen Mittelschulabschluss.

(AFP/dpa)

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