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Politik in Palästina:Ein Palästina ohne Zustimmung Israels?

Nachdem sich Fatah und Hamas zerstritten hatten, hatte Hamas die Kontrolle des Gaza-Streifens 2007 mit Gewalt an sich gerissen. Auslöser war ein offenbar bevorstehender Putsch der Fatah-Polizei in Gaza gegen die Islamisten-Organisation gewesen, der mit Wissen Israels und der USA geplant worden sein soll.

Seither sind die Beziehungen zwischen den Gruppen eisig und von Gewalt geprägt. Abbas arbeitet bisher eng mit der israelischen Regierung zusammen, war lange bereit zu Friedensgesprächen und sorgte für eine enge Kooperation seiner Sicherheitskräfte mit Israels Armee und Polizei.

Der von der Hamas geführte Gaza-Streifen hingegen wurde von Israel nach der Entführung eines israelischen Soldaten isoliert. 2009 kam es zu einem mehrwöchigen Krieg im Gaza-Streifen. Ein Abkommen zwischen den beiden Fraktionen könnte daher für erhebliche Bewegung an Israel vorbei in die seit Jahren festgefahrene Palästina-Frage bringen.

Seit die Friedensgespräche zwischen dem jüdischen Staat und der Partei von Palästinenserpräsident Abbas an der Weigerung Israels zu einem Siedlungsstopp zusammengebrochen sind, setzen die Palästinenser darauf, ihren eigenen Staat ohne Einigung mit Israel zu bekommen. Diesen wollen sie bei den UN beantragen. Zwingende Voraussetzung dafür ist die Einheit der Palästinenser.

© SZ vom 28.04.2011

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