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Atomabkommen:Rettungsaktion in Wien

Indirekte Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA

Gute Adresse für eine Delegation, die sich optimistisch gibt: In diesem Wiener Hotel sind die Vertreter Irans während der Atomgespräche untergebracht.

(Foto: Florian Schroetter/dpa)

An einer neuen Gesprächsrunde zur Bewahrung der Vereinbarungen mit Iran sind erstmals wieder US-Vertreter indirekt beteiligt.

Die erste Runde der neuen Atomgespräche mit Iran ist nach Angaben Teherans konstruktiv verlaufen. Die Verhandlungen sollten am Freitag fortgesetzt werden, sagte Chefunterhändler Abbas Arakchi am Dienstag im staatlichen Fernsehen. Die Gespräche über eine Wiederbelebung des Abkommens aus dem Jahr 2015 waren zuvor in Wien unter Beteiligung der USA wieder aufgenommen worden.

Die USA hingegen erwarten Gespräche mit "schwierigen Abschnitten", wie Jen Psaki, die Sprecherin des US-Präsidenten Joe Biden, am Dienstag im Weißen Haus sagte. "Wir erwarten, dass dies ein langer Prozess sein wird." Die US-Regierung sei jedoch weiterhin der Auffassung, dass der diplomatische Weg der richtige Weg vorwärts sei, fügte Psaki hinzu.

Am Dienstag liefen nach Angaben der russischen Delegation vormittags Vorgespräche. Das Treffen der Streitschlichtungskommission mit Spitzendiplomaten der verbliebenen fünf Partner der Vereinbarung - darunter Deutschland - fand dann am Nachmittag statt. Die neue Runde ist der erste ernsthafte Dialog seit der Amtsübernahme von US-Präsident Joe Biden, der im Gegensatz zu Vorgänger Donald Trump das Abkommen wiederbeleben will. Direkte Unterredungen zwischen iranischen und amerikanischen Diplomaten sind allerdings in Wien nicht geplant.

Iran hat seine Uranvorräte erheblich aufgestockt

Ziel aller diplomatischen Bemühungen ist die Rückkehr der USA zu der Vereinbarung, die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Iran und eine überprüfbare Einhaltung aller nukleartechnischen Auflagen durch Iran. Das Abkommen von 2015 gilt als ein wichtiger Baustein zur Rüstungskontrolle. Es soll die Islamische Republik am Bau einer Nuklearwaffe hindern.

Der neue Anlauf zur Rettung des Abkommens beginnt unter Zeitdruck. In Iran wird im Juni ein neuer Präsident gewählt, Amtsinhaber Hassan Rohani darf nicht mehr antreten. Der Wahlkampf, ein neuer Präsident oder Wechsel im Verhandlungsteam könnten die Lösung des Konfliktes erheblich erschweren.

© SZ/dpa/Reuters/bac
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