Nach Militärputsch Mali ernennt neuen Ministerpräsidenten

Einen Monat nachdem das Militär die Macht in Mali übernommen hat, bekommt das Land einen neuen Regierungschef. Cheick Modibo Diarra war zuvor bei der Firma Microsoft als Vorsitzender für den Geschäftsbereich Afrika tätig. Vor der Ankündigung ließen die Militärs zwei ranghohe Politiker festnehmen.

Die Übergangsregierung in Mali bekommt einen neuen Ministerpräsidenten. Das Amt werde Cheick Modibo Diarra bekleiden, berichtete das Staatsfernsehen an diesem Dienstag. Diarra war zuvor bei Microsoft als Vorsitzender für den Geschäftsbereich Afrika tätig.

Vor der Ankündigung hatten Soldaten den Vorsitzenden einer der wichtigsten politischen Parteien des Landes festgenommen. Soumaila Cisse sei vor seinem Haus in Bamako festgesetzt worden, sagte ein Parteifreund. Er sei während der Festnahme verletzt worden. Cisse galt als aussichtsreicher Kandidat bei der ursprünglich für den 29. April angesetzten Präsidentenwahl.

Am späten Montagabend nahmen Militärangehörige auch den früheren Ministerpräsidenten Modibo Sidibe fest, nachdem er erst wenige Tage zuvor aus der Haft entlassen worden war. Er gehörte zu einem Dutzend Politikern, die unmittelbar nach dem Militärputsch gegen Präsident Amadou Toumani Touré im April inhaftiert worden waren.

Eine EU-Delegation in Mali zeigte sich in einer Erklärung besorgt und forderte die sofortige Freilassung der Politiker. Die Festnahmen befeuerten die Sorge um die Machtstruktur in dem westafrikanischen Land, nachdem der demokratisch gewählte Präsident Toumani Tourè aus dem Amt gedrängt wurde. Obwohl die Putschisten die Regierungsgeschäfte inzwischen an den zivilen Interimspräsidenten Dioncounda Traoré übergeben haben, ist die künftige Rolle der Junta ungewiss.