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Politicker:Pfahls hielt Buback-Attentat für aufgeklärt

Ludwig-Holger Pfahls hielt in seiner früheren Amtszeit als Verfassungsschutzpräsident den Fall des Buback-Attentats von 1977 für abgeschlossen. Das sagte er als Zeuge vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

Im Prozess um den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback ist der frühere Präsident des Verfassungsschutzes, Ludwig-Holger Pfahls, vor dem Oberlandesgericht Stuttgart als Zeuge befragt worden. Das Gericht kam mit Pfahls Ladung einem Antrag der Nebenklage nach.

Pfahls sollte über sein Wissen zu Verena Becker aussagen, die laut einem früheren Spiegel-Bericht von Herbst 1981 bis Ende 1983 Kontakte zum Verfassungsschutz gehabt haben soll. Doch solche "Erkenntnisse" hat Pfahls nach eigenen Angaben gar nicht. Auf die Frage des Richters, ob er die 59-jährige Becker persönlich kenne, sagte er: "Nein, ich sehe sie zum ersten Mal." Er wisse auch nicht, ob Becker eine Verpflichtungserklärung für den Verfassungsschutz unterschrieben habe.

Als er 1985 von der bayerischen Staatskanzlei als Präsident ins Bundesamt für Verfassungsschutz wechselte, habe der Anschlag auf Buback und seine beiden Begleiter als aufgeklärt gegolten. Pfahls sagte vor dem Oberlandesgericht Stuttgart, damals habe für alle Behörden festgestanden, "dass das Attentat von zwei Männern, die auf einem Motorrad saßen, ausgeführt wurde". Ein entsprechender Vermerk sei ihm damals vorgelegt worden. Becker hätten sie dem Unterstützerkreis der Rote Armee Fraktion (RAF) zugeordnet.

Der frühere Staatssekretär Pfahls sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth unter anderem wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren ab. Becker ist wegen Mittäterschaft beim Attentat auf Buback angeklagt. Sie soll maßgeblich an der Planung und Organisation beteiligt gewesen sein.