bedeckt München 22°

Politicker:35 Jahre Haft für geplantes Mordkomplott gegen Nelson Mandela

Im Berufungsprozess um ein fehlgeschlagenes Attentat auf den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela sind führende Mitglieder einer rechtsextremistischen Gruppe zu 35 Jahren Haft verurteilt worden.

Im Berufungsprozess um ein fehlgeschlagenes Attentat auf den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela sind führende Mitglieder einer rechtsextremistischen Gruppe zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Unter ihnen ist der Anführer der Buren-Gruppe Boeremag, Mike du Toit, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Medupe Simasiku, am Dienstag in Pretoria sagte. 15 weitere Angeklagte wurden zu zehn bis 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

Alle 20 Angeklagten mussten sich wegen Verrats verantworten, den fünf Anführern wurden zusätzlich Mord sowie Verschwörung zur Tötung von Nelson Mandela zur Last gelegt. Laut Simasiku verbleiben den Anführern von den 35 Jahren noch 15 Jahre hinter Gitter, weil jeweils zehn Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Neun der Verurteilten kommen wegen der Berücksichtigung der bereits abgesessenen Untersuchungshaft direkt auf freien Fuß.

Die Gruppe hatte im Oktober 2002 Bombenanschläge in Johannesburg verübt. Eine Bombe explodierte im Township Soweto an einer Straße, auf der Mandela häufig entlangfuhr. Der einstige Anti-Apartheid-Kämpfer entkam dem Anschlag knapp, weil er an dem Tag mit einem Hubschrauber flog. Eine Frau kam dabei jedoch ums Leben, dutzende weitere Menschen wurden verletzt.

Boeremag wollte mit den Anschlägen Panik und Instabilität verbreiten, um den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu vertreiben und die Regierung mit weißen Militärs neu zu besetzen. Danach sollten alle Schwarzen und indischstämmigen Südafrikaner aus dem Land gejagt werden. Die Gruppe ist von der Überlegenheit der aus den Niederlanden eingewanderten weißen Siedler (Buren) überzeugt. Das erste Verfahren gegen die Extremisten hatte neun Jahre gedauert. Am Ende standen im August 2012 Schuldsprüche für 20 Angeklagte.