Die schwarz-rote Koalition hat mit ihren angekündigten Maßnahmen gegen hohe Energiepreise und für Sozialreformen einer neuen Umfrage zufolge die Menschen im Land bisher nicht überzeugen können. Im neuen Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen werden die Arbeit von Regierung und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überwiegend negativ bewertet. Die AfD ist erstmals stärkste Kraft. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU nur noch auf 25 Prozent (minus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu Ende März). Die AfD läge unverändert bei 26 Prozent. Die SPD würde nur noch zwölf Prozent (minus 1) erreichen und damit auf ihren Tiefstwert in dieser Umfrage fallen. Damit hätte Schwarz-Rot keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die Grünen könnten mit 14 Prozent (minus 1) rechnen, die Linke würde auf 11 Prozent (plus 1) zulegen. Die FDP, die in den vergangenen Monaten mangels ausreichender Nennungen nicht einzeln ausgewiesen wurde, käme auf drei Prozent.
Zugleich fällt die Zufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler auf ein Rekordtief. Nach 34 Prozent Ende März zeigen sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Regierung. 63 Prozent stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Nur noch 18 Prozent halten die Kooperation innerhalb der Koalition für gut, 73 Prozent nehmen sie dagegen als schlecht wahr. Auch die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Merz hat weiter zugenommen. 65 Prozent bescheinigen ihm schlechte Arbeit (Ende März: 57 Prozent), nur 30 Prozent gute Arbeit (März: 38 Prozent), darunter mehrheitlich die Anhängerschaft der CDU/CSU. Die Zusammenarbeit zwischen Union und SPD ist aus der Sicht von 73 Prozent der Befragten eher schlecht, im August 2025 waren noch 61 Prozent dieser Ansicht. Ebenfalls viel Kritik gibt es an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), dessen Leistung 29 Prozent als gut und 58 Prozent als schlecht beurteilen, sowie an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die nur für 19 Prozent einen guten Job macht (schlecht: 64 Prozent). Klingbeil und Reiche hatten öffentlich über Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise gestritten.
Für die repräsentative Umfrage wurden vom 14. bis 16. April 1355 Wahlberechtigte befragt. Der Befragungszeitraum liegt damit nach den Ankündigungen der Koalitionäre vom Montag.