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Polen:Einheimische Helden gefeiert

Polens Regierung pflegt ein fast ausschließlich einheimische Helden feierndes Geschichtsbild. Auch die Schulen werden "nun die richtige polnische Geschichte lehren, in der wir sehen, wer ein Verräter war und wer ein Held", sagte Präsident Andrzej Duda.

Ähnlich ist es im ursprünglich international gedachten Museum des Zweiten Weltkrieges in Danzig, wo es für die Pis unter Ausschluss dunkler Seiten der eigenen Geschichte nun um die Heldentaten polnischer Soldaten geht. Auch mit den neuen Straßennamen solle "in erster Linie unserer gemeinsamen Anstrengungen zur Erlangung und Bewahrung der Unabhängigkeit" gedacht werden, so der Wojewod der Region Łódź, Zbigniew Rau.

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Und so führen beim Umbenennungsmarathon in Polen nun der Weltkriegsheld General Władysław Anders oder Rittmeister Witold Pilecki, ein Offizier, der sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig ins Konzentrationslager Auschwitz einliefern ließ und nach seiner Flucht die Alliierten über das deutsche Massenmorden informierte.

Dritter neuer Namensspitzenreiter ist Lech Kaczyński, 2010 bei einem Flugzeugabsturz gestorbener polnischer Präsident. Der hat zwar weder eine Heldentat vollbracht noch etwas zur polnischen Unabhängigkeit beigetragen, war aber der Zwillingsbruder von Polens heutigem Machthaber Jarosław Kaczyński. So werden nun in ganz Polen Straßen nach Lech benannt. In Warschau soll etwa die bisherige "Allee der Volksarmee" im Zentrum künftig "Lech-Kaczyński-Allee" heißen.

Das sorgt in Warschau ebenso für Unmut wie etwa in Kattowitz, wo Kaczyński als Namensgeber den Schriftsteller und Parlamentarier Wilhelm Szewczyk ablösen soll - was "ohne jede Konsultation der Einwohner von Kattowitz entschieden wurde", beschrieben es Organisatoren einer Protestdemo.

Warschau klagt gegen alle neuen Straßennahmen

Die Stadtverwaltung Warschaus, noch von der oppositionellen Bürgerplattform kontrolliert, klagt gegen alle 47 verordneten neuen Straßennamen für die Hauptstadt. Ob die Klagen bei fast völlig von der Regierung kontrollierten Gerichten Erfolg haben, ist jedoch fraglich.

Nicht nur die Opposition ärgert sich: Vor allem in ärmeren Städten stöhnen Lokalpolitiker über die Umbenennungen, die neue Straßenschilder, Karten und Adressverzeichnisse, neue Visitenkarten oder Schilder für Bus- oder Straßenbahnhaltestellen und neue Verkehrsnetzpläne bedeuten. Den wohl elegantesten Ausweg fand die Pis in Białystok in Ostpolen. Dort ist die "Straße der Partisanen" auch künftig Teil des Stadtbildes - mit der Begründung, sie erinnere gar nicht an sowjetische, sondern an polnische Partisanen.

Auch die Straße des Sieges darf bleiben. "Die Bezeichnung erinnert an den Sieg der Roten Armee und der verbündeten Streitkräfte über Hitler", gab Pis-Stadtrat Paweł Myszkowski in der Gazeta Wyborcza zu. "Wir haben die Papiere so geändert, dass es um (Polens) Sieg 1920 über die Bolschewiken geht - und um die siegreichen Polen an den Fronten des Zweiten Weltkrieges. Die Straße behält also ihren Namen - aber es geht um andere Siege."

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