Polen Marsch gegen den Hass

Zehntausende polen gehen nach dem tödlichen Messerangriff auf Danzigs Bürgermeister auf die Straße.

(Foto: Agencja Gazeta/Renata Dabrowska/Reuters)

Zehntausende Menschen haben am Montagabend in ganz Polen mit Schweigemärschen gegen Gewalt und Hass protestiert. Anlass für die Kundgebungen war der Tod von Danzigs Bürgermeister Paweł Adamowicz; er war am Sonntagabend bei einer Benefizveranstaltung auf offener Bühne niedergestochen worden und tags darauf seinen Verletzungen erlegen. Zum Zeichen der Trauer wurden in Danzig die Flaggen auf halbmast gesetzt, viele Anwohner zündeten vor dem Rathaus Kerzen an. Die Danziger seien fassungslos und könnten ihren Schmerz nicht in Worte fassen, berichteten polnische Medien. Der 27-jährige Täter sitzt in U-Haft. Berichten zufolge könnte der Mann an einer psychischen Erkrankung gelitten haben. Trotzdem hat die Tat in Polen eine Debatte über politische Gewalt ausgelöst. Bei der Kundgebung in Danzig, an der Tausende Menschen und Politiker aus Regierung und Opposition teilnahmen, rief EU-Ratspräsident Donald Tusk zu mehr Respekt auf. "Lieber Pawel, wir versprechen dir, dass wir für dich und für uns alle unser Danzig, unser Polen und unser Europa vor Hass und Verachtung beschützen werden".