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SZ-Podcast "Auf den Punkt":Warum Millionen männliche Küken an ihrem Geburtstag sterben

Männliche Küken werden in Deutschland geschreddert oder vergast. Das ist legal, weil die Gerichte den wirtschaftlichen Profit bisher höher gewichtet haben als das Tierwohl.

Jeder Mensch in Deutschland konsumiert im Jahr im Schnitt 235 Eier. Damit die Nachfrage gestillt werden kann, züchten Bauern sogenannte Legehennen. Die sind darauf getrimmt, viele Eier in kurzer Zeit zu legen. Bis zu 350 Stück im Jahr. Die männlichen Tiere aber braucht man nicht. Sie können keine Eier legen und setzen zu langsam und zu wenig Fleisch an.

Ein männliches Küken ist deshalb, nachdem es geschlüpft ist, etwa drei Cent wert. Es rechnet sich nicht, es großzuziehen. Also wird es gleich nach seiner Geburt geschreddert oder vergast. Das Küken stirbt am selben Tag, an dem es geboren wurde. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium geht es um jährlich 45 Millionen Küken. Diese Praxis kann so nicht weitergehen, weil es alternative Lösungen gibt, sagt SZ-Redakteur Jan Heidtmann. Aber auch Verbraucher müssen sich dafür auf Veränderungen einstellen - vor allem an der Kasse.

Weitere Themen: 70 Jahre Grundgesetz, Merkel geht nicht nach Brüssel, Saudi-Arabien beschuldigt Iran.

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Tierschutz

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48 Millionen männliche Küken wurden in Deutschland im Jahr 2015 vergast. Ein Kollateralschaden, denn die Tiere sind nutzlos. Besuch in einer Brüterei.   Reportage von Jan Heidtmann