Nachdem die Europäer beim 28-Punkte-Plan, mit dem die USA einen Frieden in der Ukraine erwirken wollen, erneut übergangen wurden, konnten sie in den vergangenen Tagen auch kleine Erfolge erringen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat es am Freitagabend geschafft, Donald Trump ans Telefon zu bekommen. Dann wurde ein Treffen amerikanischer und europäischer Gesandter in Genf organisiert. Dort ist am Sonntag ein zweiter Erfolg gelungen. Gemeinsam mit US-Außenminister Marco Rubio haben die Delegierten eine überarbeitete Version des ursprünglichen Plans erstellt.
Dieser Gegenentwurf ist bisher nicht öffentlich. Aber laut Medienberichten soll darin unter anderem stehen, dass ein Nato-Beitritt der Ukraine weiterhin möglich sein müsse. Und dass, bevor über den Austausch und das Abtreten von Gebieten diskutiert wird, erst einmal der Krieg enden müsse.
Abseits des G-20-Gipfels in Johannesburg hat Friedrich Merz außerdem noch einmal klargestellt, dass die USA keinen Waffenstillstand über die Köpfe der Europäer und der Ukraine hinweg erzwingen können. Die Frage ist nur: Kommt diese Ansage bei der Trump-Regierung an?

Krieg in der Ukraine:Merz: Europa lässt sich im „Schicksalsmoment“ nicht übergehen
Nach den Gesprächen in Genf regt sich vorsichtiger Optimismus, dass die USA russische Maximalforderungen nicht länger als Verhandlungsbasis für eine Beendigung des Angriffskrieges sehen. Die EU demonstriert Entschlossenheit.
Darüber spricht in dieser Podcastfolge Daniel Brössler aus der SZ-Parlamentsredaktion. Er berichtet über den Kanzler und das Auswärtige Amt. Er sagt, der Vorstoß der USA kann für die Europäer auch eine Chance sein. Am Ende werde die größte Herausforderung aber sein, auch Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bekommen.
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Moderation, Redaktion: Ann-Marlen Hoolt
Redaktion: Justin Patchett
Produktion: Laura Sagebiel
Zitiertes und zusätzliches Audiomaterial über dpa.
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