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Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg:"Doktorarbeit von Ghostwritern"

Die Opposition verschärfte dagegen ihre Kritik. "Es entsteht der Eindruck, dass Teile der Doktorarbeit von Ghostwritern in der Bundestagsverwaltung geschrieben wurden", erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann.

German Defence Minister zu Guttenberg makes a statement in his ministry in Berlin

Guttenberg ist harscher Kritik ausgesetzt - aber er bekommt auch Unterstützung.

(Foto: REUTERS)

Die Aussage Guttenbergs, es hätten keine Mitarbeiter mitgewirkt, sei inzwischen wenig glaubwürdig. Bundestagspräsident Norbert Lammert müsse den Vorgang schnell untersuchen. "Die Öffentlichkeit hat Anspruch darauf zu erfahren, ob der Wissenschaftliche Dienst zu Privatzwecken eingesetzt wurde und Guttenberg seine Promotion auf Kosten der Steuerzahler geschrieben hat", sagte Oppermann. Wenn dies der Fall wäre, hätte Guttenberg sein Abgeordnetenmandat missbraucht.

Ähnlich äußerte sich Linken-Chef Klaus Ernst. "Wenn Herr zu Guttenberg einen Teil seiner Doktorarbeit vom Wissenschaftlichen Dienst schreiben lassen hat, dann ist eine Grenze überschritten", erklärte Linken-Chef Klaus Ernst. Dies sei Amtsmissbrauch.

Der Verteidigungsexperte der Grünen, Omid Nouripour, warf Guttenberg zudem vor, er belaste mit der Affäre die Bundeswehr. "Die Textvergleiche zur Doktorarbeit liegen auf dem Tisch, eine Erklärung von Guttenberg hierfür aber weiterhin nicht", sagte er der Leipziger Volkszeitung.

Der Minister hätte klar sagen müssen, was er mit "Fehlern" gemeint habe und wie es zu den Textgleichheiten gekommen sei. "Der Minister demontiert sich gerade selbst", sagte Nouripour. Auch der Bundeswehr, die vor einer tiefgreifenden Reform stehe, sei er Klarheit schuldig.