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Pisa-Studie:Ein Aufruf an die Eltern

Mal ein neues Ergebnis, jenseits aller Noten. Der Pisa-Report fordert die Eltern auf: Interessiert euch für eure Kinder!

Von Susanne Klein

Wie ist sie gescholten worden, die Pisa-Studie: Sie vergleiche Bildungssysteme, zwischen denen Welten liegen, beurteile Schülerleistungen nur nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen - und habe mit ihrem für Deutschland vernichtenden Auftakt vor 17 Jahren völlig überstürzte Reformen ausgelöst.

Nicht jeder Vorwurf trifft zu, trotzdem ist es gut, dass sich deutsche Bildungsverantwortliche längst von Pisa emanzipiert und mit eigenen Studien Felder besetzt haben, die vernachlässigt worden waren. Nichts gegen Lesen, Rechnen, Biologie, doch Kinder lernen in der Schule eben noch mehr fürs Leben. Wie wichtig dabei das Umfeld ist, zeigt nun aber auch der neue Pisa-Report, die Studienmacher haben dazugelernt: Leistung und Zufriedenheit schließen sich nicht aus - wenn das Umfeld Schülern gibt, was sie brauchen.

Was Schüler nicht brauchen, weiß Pisa auch. Mobbing, ohne dass jemand beherzt eingreift; Eltern, die ihre Kinder anschweigen; stereotyper Unterricht; wenig Wertschätzung durch Lehrer. Darin steckt ein Aufruf, vor allem an Eltern: Interessiert euch für eure Kinder, diskutiert mit ihnen, kümmert euch um ihre schulischen Belange. Das verbessert ihre Leistung und ihre Lebenszufriedenheit. Letztere liegt in Deutschland, international betrachtet, übrigens in der goldenen Mitte. Für ein Land, dessen Bewohner sich noch nie als Weltmeister im Glücklichsein hervorgetan haben, ein ordentlicher Wert.

© SZ vom 20.04.2017

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